die dienstreise ist eine reise die man aus dienstlichen gründen oder zwängen unternimmt. meist versucht man bei reisen solcher art das nützliche mit dem angenehmen zu verbinden, um den größtmöglichen profit in allen bereichen des lebens in kurzer zeit daraus zu ziehen...
in den letzten zehn tagen war ich gleich zweimal auf einer solchen, das nennt man dann wohl nutzenmaximierung.
die erste führte unsere illustre gruppe (toyota kombi, ein hund, drei männer und ich) nach prakou, was sich um nord-osten des landes, auf gut zweidrittel der strecke cotonou-grenze niger befindet. da wir was von dem land, in dem wir grade weilen, sehen wollten, haben wir einen kleinen umweg eingebaut, der wie folgt verlief (wer in besitz einer karte ist, darf mir gerne folgen):cotonou-porto novo (osten)-pobé (norden)-ketou (weiter norden)- bohicon (westen, zwischenstopp)-dassa (norden)-parakou (ziel). dabei haben wir viel tolles gesehen ;) pisten, wälder, täler, flüße, brücken (zwangsläufig wegen flüßen), städtchen, leute und essen, das wir gegessen haben. in parakou haben wir drei tage an einem zeltlager der pfadfinder benins der vier nördlichen departements teilgenommen... im zelt wohlgemerkt. was nicht selbstverständich ist, da ein teil der jugendlichen unterm moskitonetz in klassenräumen gepennt hat. die erste nacht brachte einen tropenschauer wie aus dem bilderbuche, was die wassersäule eines zeltes auch schnell überbewertet, wenn plötzlich der ganze platz ein see ist. aber wasser hat ja noch keinem geschadet. in dieser zeit habe ich auch die qualität von freiluft-duschen (schon mit wände, aber ohne dach) erkannt, denn wenn es regnet, muss man sich nicht mehr so sehr beim schöpfen anstrengen, da das wasser auch von oben kommt... nur bisschen unpraktisch für die "sauberen" klamotten, die dann auch im regen liegen...
alles in allem aber ne super sache gewesen, nur den chicoree-kaffee brauche ich beim nächsten mal nicht mehr und auch die kakerlaken aus den klos (die gehen noch nichtmal weg, wenn man fest auftritt) sind eigentlich überflüssig (oder kennt jemand deren daseinsberechtigung??).
diesntfahrt nummero zwei führte mich übers wochenende bis gestern nach azové, das liegt im westen, fast an der togoischen grenze und so 80 km küstaufwärts. da habe ich anita besucht und natürlich (wie auch bei der esten reise) meine zielgruppe befragt und zur diskussion gezwungen, äh ermuntert. zweite reise zeichnete sich auf der persönlichen ebene vor allem dadurch aus, dass ich mindestens zweimal pro tag ne deftige portion fleisch vertilgte, zusammen mit schön fettig pommes, oder spaghetti in öl... naja, il faut manger, auch wenn man echt glaubt zu platzen, da geht immer noch was ;) diese woche steht nun ein bisschen mehr im zeichen von salat. und fleisch habe ich fürs nächste halbe jahr genug gegessen...
was habe ich sonst noch? fiese mückenstiche, die echt komische formen annehmen, leckere erdnussringe (ein riesiges packet!!), viele fotos (parakou= mindestens 700 plus filme) und erfahrungen.
kann jetzt zwar nicht total aus dem nähkästchen plaudern, man weiß ja nie, wer das hier alles so lesen kann... aber ich habe doch viele interessante sachen in erfahrung gebracht, also was jugendliche wo von armut halten, was das für sie bedeutet und vor allem, was ursachen sein könnten. da kamen vor allem die traditionen nicht gut weg, polygamie, zwangs-ehe und vor allem kinderhandel (trafic-enfant) als problematische faktoren für die beninische entwicklung... dann haben die jugendlichen noch sketche eingeübt/vorgeführt und die waren echt herlich, gar nicht so gestellt wie ich dachte, sondern echt mit talent und witz (also ähm, am lachen der anderen erkannt, denn meine auffassung von witz ist doch öfter mal ne andere).
so. und jetzt, dienstreise rum, wieder im büro. allerdings ist mein büro weg, also umgezogen, gestern, nach akpakpa, auf die andere seite der lagune, da wo grade die cholera ausgebrochen ist. ich sitze seit heute morgen zwischen den stühlen und das nicht nur bildlich (einer fürn laptop, einer für mich), sondern sowiso und überhaupt. also für alle, die das mitbekommen haben, ich habe die unterschiedlichsten anstrengungen in richtung weitere karriereplanung unternommen, so dass ich zwar momentan drei alternativen (oder doch vielleicht vier) habe, mich aber schon zu 99,9 pro cent für eine entschieden habe. und das wird sein, master in marburg. muss jetzt noch die zeiten, den rückflug, die formalien und was weiß ich nicht alles klären, aber ab mitte ende september dürfte ich wieder in deutschland sein. zimmer habe ich seit heute auch, in der barfüßergasse ;) habe eh grad wenig schuhe, wie praktisch. harhar. so. und jetzt geh ich mal sachen klären. wichtige. unwichtige. praktische. unpraktische. dringliche und weniger dringliche...
Dienstag, 19. August 2008
Montag, 11. August 2008
rückmeldung
nach einigen krankheiten, dienstreisen, internet-ausfällen und sogar einem kurz-urlaub in deutschland melde ich mich hiermit offiziell zurück, allerdings nur, um anzukündigen, dass ich eigentlich grad keine wirkliche zeit zum schreiben habe, das aber später nachholen werde.
nur soweit, ich lebe noch und ich habe was zu tun. bin seit gestern aus parakou zurück, wo wir in dienstlichr mission vier tage auf dem zeltlager der pfadfinder aus den regionen atacora-donga und alibori-borgou (die vier nördlichsten departements) waren. deshalb werde ich heute noch einiges aufarbeiten und dann vielleicht morgen zu einem etwas ausführlicherem bericht kommen... denn ende der woche oder spätestens nächste woche werden wir wohl umziehen, also das büro, und dann ist es erstmal vorbei mit internet...
nur soweit, ich lebe noch und ich habe was zu tun. bin seit gestern aus parakou zurück, wo wir in dienstlichr mission vier tage auf dem zeltlager der pfadfinder aus den regionen atacora-donga und alibori-borgou (die vier nördlichsten departements) waren. deshalb werde ich heute noch einiges aufarbeiten und dann vielleicht morgen zu einem etwas ausführlicherem bericht kommen... denn ende der woche oder spätestens nächste woche werden wir wohl umziehen, also das büro, und dann ist es erstmal vorbei mit internet...
Sonntag, 25. Mai 2008
Regenzeit
als ich hier ankam, da war es trocken, staubig und mit unter kühl am morgen und in den abendstunden. aber trotzdem hatte es manchmal ein bisschen geregnet. und tagsüber hatte ich immer das gefühl in einem gewächshaus zu wandeln. aber alle sagten „nein nein, das ist doch jetzt die trockenzeit, die beste zeit im jahr, schön kühl, viel sonne, aber ein bisschen mit den nachteilen des harmattan-windes aus dem norden: roter staub überall, auch in den schränken...“. mhm, das wollte ich nicht so richtig glauben, aber auch der reiseführer und das internet bekräftigten diese aussagen. ab mitte februar wurde es dann heiß und so richtig schön schwühl, gewächshaus wäre plötzlich eine angenehme alternative gewesen. mittags eigentlich nicht auszuhalten, am besten in kühlen räumen, ohne viel bewegung; das erste mal erschien mir eine fast dreistündige mittagspause sinnvoll. wenn sich richtig viel hitze über der stadt angestaut hatte, dann gab es auch schon mal ein gewitter, so wie man das aus deutschen sommern kennt. hier nur ein bisschen heftiger... da nützt keine regenjacke, kein schirm... nur rennen. aber es war immer noch nicht das, was man hier weitläufig als regenzeit bezeichnet. und die ja auch erst ab april beginnen sollte. mhm, aber woran macht man das eigentlich fest, dass es nun regenzeit ist? denn meine befürchtung, dass es dann tag ein tag aus in strömen regnet, scheint sich auch nicht zu bestätigen. also zumindest wollte mir das keiner bestätigen... vielleicht kommt es ja auch noch. aber mittlerweile ist fast ende mai, und man hängt irgendwo dazwischen. klimawandel vielleicht? das scheint ja eine gute ausrede für alles zu sein. schnee im april, fünfzehn grad an weihnachten und dann eben noch keine regenzeit im mai. dabei regnet es jetzt öfter. mehrmals die woche. aber leider noch nicht regelmäßig. denn regen ist hier ja sowas von genial. zuerst wird es dunkel, so dass man egal zu welcher tageszeit das licht anmachen muss (wenn man denn strom hat, denn der scheint ein faible dafür zu haben, bei regen auszufallen, genauso wie das telefonnetz). dann kommt ein wind auf, nein eigentlich ein sturm. und der wirbelt alles auf, was so in der gegend herum liegt... das ist in so ner großstadt einiges. und besonders ungünstig, wenn man noch schnell nach hause will und auf einem moped sitzt, dass eigentlich auch nur nach hause will, umgeben von vielen anderen mopeds, die das gleiche wollen... und deshalb dementsprechend fahren. ohne regeln, ohne rücksicht. und während es schon in der ferne blitzt und donnerst saust also dieses zem die straße runter, man selber kann leider nichts mehr sehen, vor lauter sand und dreck, der einem in die augen fliegt, und hofft inbrünstigst, dass der fahrer die augen nicht geschlossen hat... meistens schafft man es auch, mit den ersten dicken tropfen das haus zu erreichen (wenn man nicht eh schon drinnen ist, oder aus der not heraus irgendwo hält, um sich unterzustellen). unterstellen ist deshalb ungünstig, weil es a) wenig zum unterstellen gibt und man b) nicht weiß, wie lange das denn dauern wird. unter einer stunde gab es noch nie. drei und mehr ist durchaus üblich. meistens hört man den wolkenbruch heranrollen, das ist ein ganz komisches geräusch. aus der ferne kommt ein prasseln, ein rauschen, das immer lauter wird und schließlich einfach da ist. unter dem die bäume sich biegen, der sand weicht, die menschen fluchtartig rennen. es wie ein vorhang, manchmal sieht man tatsächlich nichts mehr. nur dann, wenn der blitz wieder alles taghell erleuchtet. denn es ist nicht nur ein gewaltiger regen, es ist auch immer ein gewitter, mit blitzen und donnern, die mich jedesmal aufschrecken lassen. und oft hört man vor lauter regen auch nichts mehr. also wenn das telefonnetz mal funktioniert, dann kann man sich sicher sein, dass man den gesprächspartner nicht verstehen wird. in dieser zeit kann man nicht viel machen, zumindest nicht viel, was mit arbeit zu tun hat. es sei denn, man ist auf der arbeit... man ist von der welt getrennt. meist ist der strom weg, so dass man im kerzenschein lesen kann. oder backen, denn der ofen geht über gas. oder handarbeiten. wie vor hundert jahren irgendwie... und es fahren auch keine zems, was auch unklug von denen wäre, wenn es es doch machen würden, denn man wäre in wenigen sekunden bis auf die haut naß. und selbst die autos habens schwer. erstmal muss man zu seinem auto kommen, dann muss man sich den weg bahnen, denn die scheibenwischer sind total überfordert und die straßen gleichen einer großen pfütze und schließlich muss man aufpassen, dass man nicht in einem schlagloch absäuft, denn die laufen so schnell voll mit wasser und sehen dann gar nicht so tief aus, wie sie eigentlich sind...und wenn man dann trotzdem naß im büro ankommt, stellt man fest, dass die kollegen dieses abenteuer nicht gewagt haben...
am besten bleibt man bei so einem wetter also zu hause im bett. da macht man dann die fenster weit auf, damit der kühle wind gut durchziehen kann (meistens kommt der regen von der seite, wo ich einen balkon habe, so dass es sehr selten wirklich naß im zimmer wird) und hört zu. dem regen, dem wind. das ist echt wunderschön. und ist super fürs nachdenken, einfach nur liegen und denken. herrlich.
gestern war so ein tag. da hat es morgens schon geregnet, mittags mal aufgehört, und abends wieder angefangen. eigentlich hat es die ganze nacht geregnet. und gedonnert. ein donner war so laut, dass wir dachten, das haus gegenüber von uns muss eingestürzt sein. war es aber doch nicht... und überhaupt riecht die luft dann so gut...
also ist das nun regenzeit? obwohl es die vier tage zuvor nicht geregnet hat? eigentlich ist mir das egal, wie man das nennt, denn es ist toll und ich mag es. also soll es doch sein. und jeden tag regen wär ja auch unpraktisch, weil dann käm ich zu nichts mehr, außer denken und die pfützen könnten nicht trocknen. und dann bräuchte der ded keine dienstwagen sondern boote. eigentlich auch toll...
am besten bleibt man bei so einem wetter also zu hause im bett. da macht man dann die fenster weit auf, damit der kühle wind gut durchziehen kann (meistens kommt der regen von der seite, wo ich einen balkon habe, so dass es sehr selten wirklich naß im zimmer wird) und hört zu. dem regen, dem wind. das ist echt wunderschön. und ist super fürs nachdenken, einfach nur liegen und denken. herrlich.
gestern war so ein tag. da hat es morgens schon geregnet, mittags mal aufgehört, und abends wieder angefangen. eigentlich hat es die ganze nacht geregnet. und gedonnert. ein donner war so laut, dass wir dachten, das haus gegenüber von uns muss eingestürzt sein. war es aber doch nicht... und überhaupt riecht die luft dann so gut...
also ist das nun regenzeit? obwohl es die vier tage zuvor nicht geregnet hat? eigentlich ist mir das egal, wie man das nennt, denn es ist toll und ich mag es. also soll es doch sein. und jeden tag regen wär ja auch unpraktisch, weil dann käm ich zu nichts mehr, außer denken und die pfützen könnten nicht trocknen. und dann bräuchte der ded keine dienstwagen sondern boote. eigentlich auch toll...
Donnerstag, 15. Mai 2008
Nachtrag: Ausflug in den hohen Norden
am ersten mai machte ich mich morgens um sechs uhr auf in richtung nord-benin. im dunkeln ließ ich mich zum etoile-rouge (größter kreisverkehr cotonous, der in der mitte einen großen roten stern hat, erbe sozialistischer zeiten und heute abfahrtsort für die meisten überland busse innerhalb benins)zemmen, um dann dort auf "meinen" confort line bus mit ziel tanguieta zu warten. der kam dann auch 28 minuten später an, so dass wir um punkt sieben losfahren konnten. in bohicon, drei stunden später und schon viel heißer, stieg dann sabine zu und wir setzten die reise gemeinsam fort. der sahara immer näher kommend wurde es von stunde zu stunde immer heißer. wir redeten uns ein, dass es auch trockener wurde. alle paar stunden gab es "pause-pipi", männer rechts, frauen links. vorbei an kleinen ortschaften, die einen irgendwie an den wilden-westen erinnerten, leer, staubig, heiß... und rechts und links von der straße gebaut ;) dassa, savalou, djougu... das waren noch die größten.
ein bus ist ja nicht nur da, um personen zu befördern (wobei das auch schon reichen könnte... die ganzen stopps kosteten uns bestimmt ne stunde, wenn nicht mehr), sondern auch gleichzeitig ein post- und umzugswagen. also post funktioniert so, man gibt bei dem büro in cotonou einen brief ab, da steht dann ein name, eine handynummer und ein ort drauf. der ort sollte möglichst da sein, wo der bus auch hält oder noch besser, auch ein büro hat. dann wird in dem büro der brief hinterlegt und der empfänger kann sich denn abholen (gegen bekanntgabe seiner handynummer, die auf dem brief steht, quasi handy-ident-verfahren). wenn es kein büro gibt, dann wird der empfänger auch schonmal aus dem bus aus angerufen und bekommt den brief dann frei haus geliefert. dafür fährt der bus dann von der straße runter (einer von vielleicht drei geteerten straßen im ganzen land), und steht im hang, so dass man denkt, gleich vollbeladen umzukippen, und wartet auf den glücklichen. umzugswagen deshalb, weil man auch seine möbel, natürlich zerlegt, mitgeben kann. der fahrtpreis ist sogar all-inclusive. man bekommt auch ein sandwich und ein tütchen wasser. und wir haben sogar eine mango geschenkt bekommen. aber nur weil wir so ungläubig schauten, als gegen ende der fahrt, wir kamen ins mangoland, der bus mindestens viermal anhielt, um mangos in rauen mengen zu kaufen. also natürlich die insassen. es gibt so bestimmte spots auf dem weg, da warten unter einem -natürlich- mangobaum um die fünfzehn frauen und kinder, die schüsselweise und manchmal bergeweise mangos vor sich stehen haben. und dann klettern die mitfahrer raus, packen ihre zementsäcke (beliebte einkaufstüte) aus und feilschen um die mangos. also ein sack mangos, oder alternativ eine kiste ist für gut 1000 bis 2000 CFA, umgerechnet 1,5 bis 3€ zu haben. unglaublich. und auch unglaublich, was man mit so vielen mangos macht. auf nachfrage bekamen wir ein "pour la famille" und eine mango.
gegen 18h kamen wir dann in tanguieta an, wo wir uns erst weigerten ein zem zu nehmen, weil das doch hier so klein ist, und da können wir ohne probleme laufen, bis uns ein mann das zem bezahlen wollte und wir dann nachgaben. ok, er hatte recht, bis zum hotel baobab war es weiter als wir dachten. dort hatten wir einige verständigungsschwierigkeiten mit dem mann an der rezeption, und das, obwohl wir beide französisch sprachen. mhm, schließlich fanden wir aber heraus, welches unser zimmer war, und dass unsere freunde aus ouagadougou noch nicht angekommen waren. die ließen aber nicht lange auf sich warten, jessica und liesa hatten zwar eine buspanne und viel warten hinter sich, kamen aber sogar noch im hellen. beim gemeinsamen abendessen planten wir die kommenden zwei tage. unbedingt parc und das pays somba. das hotel wollte uns auch fahrer und auto stellen, allerdings zu ganz anderen preisen als vorher in erfahrung gebracht. hm, zähe verhandlungen brachten uns dann doch zu dem gewünschten ergebnis.
am nächsten morgen ging es dann los richtung natitingou und dann ins pays somba. die somba sind eine ethnie, die wiederum aus vier unter-ethnien besteht. jede für sich hat eine spezielle art, ihre häuser, die kleinen festungen gleichen, und tatas genannt werden, zu bauen. erklärt wurde diese bauweise folgendermaßen. zur zeit der sklavenjagd in benin, mussten sich die menschen aus dem norden taktiken einfallen lassen um nicht in die hände der jäger aus dem süden zu fallen. also bauten sie häuser wie festungen, in denen man mehrere tage wenn nicht sogar wochen wohnen konnte. im erdgeschoss sind die tiere, dazwischen ist platz für aufbewahrung und ganz oben sind die schlafräume und kornspeicher. die jäger kamen an die bewohner nicht heran und waren auch nicht gewillt mehrer wochen auf der lauer zu liegen, da die ausbeute dann doch relativ gering war, denn die festungen standen ziemlich einsam auf weiter flur. und so zogen sie wieder ab. hiphiphurra für kluge bauweise. un weil man heute ja auch nicht so recht weiß, wer da so des weges kommen kann, haben sie das beibehalten ;) sehr zur freude der touristen, die immer mal wieder einen blick reinwerfen wollen und auf den schmalen holzleitern in die höheren etagen klettern und am ende auch noch ein milde gabe dalassen. meine meinung darüber ging so ein bisschen in zu viele richtungen, aber er war eigentlich schon ganz cool, mal zu klettern und siese kuriosen schlößchen anzusehen. und außerdem war das alles unser guide schulde, der uns am liebsten in jede tata reingeführt hätte, so dass wir am ende sagen mussten "du, passt schon" und er fast beleidigt war.
am nächsten tag stand dann der pendjari parc auf dem plan. aufstehen irgendwann gegen halb fünf, losfahren gegen halb sechs. im parc dann doch erst gegen halb sieben, am ersten wasserloch noch ne stunde später. zu spät. keine tiere da. also keine tollen, nur son paar büffel, vögel, gemsen. ich bin eben kein safari-typ. so brausten wir den ganzen tag über staubig rote pisten, sahen hier einen vogel, da einen büffel, dort ein schweinchen, hier wieder ein paar andere yovos... und das alles bei fast vierzig grad. am liebsten hätte ich mich in den schatten an den pool des hotels mitten im parc gelegt. aber es ging nicht, der löwe wollte gefunden werden. oder zumindest der versuch musste unternommen werden. und so fuhren wir und fuhren, ich weiß nicht wie lange, aber wir waren sogar mal in burkina faso. für zehn minuten. sieht an der stelle dann auch nicht anders aus als benin, auch wenn die anderen behaupteten, man könne die trockenheit quasi schon sehen... naja. und es ging irgendwie immer so weiter. ein wasserloch nach dem anderen, ein schlagloch nach dem anderen. oh, da, nilpferde. anhalten, aussteigen, fotos machen, weiterfahren. hm, schau, vögel. foto. dann irgendwann mittagspause. danach wieder fahren, fahren, fahren, dann plötzlich ein schrei (ich glaube leider, dass ich das war), ein elephant. vor uns auf der straße. geht ins gebüsch, wir fahren langsam weiter, schauen, staunen... er schaut auch. und rennt plötzlich los, direkt auf uns zu. fahrer versucht zu fahren, geht nicht, elephant bleibt kurz vor uns in den zweigen von so nem baum hängen, geht zurück und verschwindet. wow. krass. beinahe von einem elephanten über den haufen gerannt worden. aber das war es dann auch schon fast. noch mal viel fahren, wasserloch links, vögel rechts. fotos. dann irgendwann raus aus dem parc, mittlerweile ist es bedrohlich dunkel geworden und ein wahnsinns sturm schaffte es, dass der sand zwischen den zähnen knirschte... dann nochmal schnell abstecher zu einem wasserfall, bisschen klettern, bisschen schwimmen, und wieder zurück. mittlerweile echt dunkel. und windig. und regen. viel regen. es gewitterte die ganze nacht, so dass man dachte, dass das strohdach der hütte eigentlich in der nächsten sekunde wegfliegen müsste. aber das passierte nicht, es regnete auch nicht rein. gute isolierung ;) am nächsten morgen dann aufbruch wieder richtung cotonou/bohicon und ouagadougou, gut zehn stunden fahrt... leider ging es mir ab da nicht gut, so dass ich die einzelheiten der busfahrt mal ausspare. aber habe mich selten so gefreut wieder daheim zu sein und einfach nur eine tasse tee zu trinken und ins bett zu gehen...
fazit: wow, der norden ist echt super schön!! und rauskommen aus cotonou ist immer gut, vor allem wenn man dann auch noch mit so netten leuten zusammen ist. warum mach ich das nicht öfter? ach ja, ich hab es fast vergessen... ich muss meinen urlaub beantragen...
und: peel it, cook it or forget it.. gilt auch für ungewaschene mangos, die ich mal als übeltäter des auf die reise folgenden übels bestimme...
ein bus ist ja nicht nur da, um personen zu befördern (wobei das auch schon reichen könnte... die ganzen stopps kosteten uns bestimmt ne stunde, wenn nicht mehr), sondern auch gleichzeitig ein post- und umzugswagen. also post funktioniert so, man gibt bei dem büro in cotonou einen brief ab, da steht dann ein name, eine handynummer und ein ort drauf. der ort sollte möglichst da sein, wo der bus auch hält oder noch besser, auch ein büro hat. dann wird in dem büro der brief hinterlegt und der empfänger kann sich denn abholen (gegen bekanntgabe seiner handynummer, die auf dem brief steht, quasi handy-ident-verfahren). wenn es kein büro gibt, dann wird der empfänger auch schonmal aus dem bus aus angerufen und bekommt den brief dann frei haus geliefert. dafür fährt der bus dann von der straße runter (einer von vielleicht drei geteerten straßen im ganzen land), und steht im hang, so dass man denkt, gleich vollbeladen umzukippen, und wartet auf den glücklichen. umzugswagen deshalb, weil man auch seine möbel, natürlich zerlegt, mitgeben kann. der fahrtpreis ist sogar all-inclusive. man bekommt auch ein sandwich und ein tütchen wasser. und wir haben sogar eine mango geschenkt bekommen. aber nur weil wir so ungläubig schauten, als gegen ende der fahrt, wir kamen ins mangoland, der bus mindestens viermal anhielt, um mangos in rauen mengen zu kaufen. also natürlich die insassen. es gibt so bestimmte spots auf dem weg, da warten unter einem -natürlich- mangobaum um die fünfzehn frauen und kinder, die schüsselweise und manchmal bergeweise mangos vor sich stehen haben. und dann klettern die mitfahrer raus, packen ihre zementsäcke (beliebte einkaufstüte) aus und feilschen um die mangos. also ein sack mangos, oder alternativ eine kiste ist für gut 1000 bis 2000 CFA, umgerechnet 1,5 bis 3€ zu haben. unglaublich. und auch unglaublich, was man mit so vielen mangos macht. auf nachfrage bekamen wir ein "pour la famille" und eine mango.
gegen 18h kamen wir dann in tanguieta an, wo wir uns erst weigerten ein zem zu nehmen, weil das doch hier so klein ist, und da können wir ohne probleme laufen, bis uns ein mann das zem bezahlen wollte und wir dann nachgaben. ok, er hatte recht, bis zum hotel baobab war es weiter als wir dachten. dort hatten wir einige verständigungsschwierigkeiten mit dem mann an der rezeption, und das, obwohl wir beide französisch sprachen. mhm, schließlich fanden wir aber heraus, welches unser zimmer war, und dass unsere freunde aus ouagadougou noch nicht angekommen waren. die ließen aber nicht lange auf sich warten, jessica und liesa hatten zwar eine buspanne und viel warten hinter sich, kamen aber sogar noch im hellen. beim gemeinsamen abendessen planten wir die kommenden zwei tage. unbedingt parc und das pays somba. das hotel wollte uns auch fahrer und auto stellen, allerdings zu ganz anderen preisen als vorher in erfahrung gebracht. hm, zähe verhandlungen brachten uns dann doch zu dem gewünschten ergebnis.
am nächsten morgen ging es dann los richtung natitingou und dann ins pays somba. die somba sind eine ethnie, die wiederum aus vier unter-ethnien besteht. jede für sich hat eine spezielle art, ihre häuser, die kleinen festungen gleichen, und tatas genannt werden, zu bauen. erklärt wurde diese bauweise folgendermaßen. zur zeit der sklavenjagd in benin, mussten sich die menschen aus dem norden taktiken einfallen lassen um nicht in die hände der jäger aus dem süden zu fallen. also bauten sie häuser wie festungen, in denen man mehrere tage wenn nicht sogar wochen wohnen konnte. im erdgeschoss sind die tiere, dazwischen ist platz für aufbewahrung und ganz oben sind die schlafräume und kornspeicher. die jäger kamen an die bewohner nicht heran und waren auch nicht gewillt mehrer wochen auf der lauer zu liegen, da die ausbeute dann doch relativ gering war, denn die festungen standen ziemlich einsam auf weiter flur. und so zogen sie wieder ab. hiphiphurra für kluge bauweise. un weil man heute ja auch nicht so recht weiß, wer da so des weges kommen kann, haben sie das beibehalten ;) sehr zur freude der touristen, die immer mal wieder einen blick reinwerfen wollen und auf den schmalen holzleitern in die höheren etagen klettern und am ende auch noch ein milde gabe dalassen. meine meinung darüber ging so ein bisschen in zu viele richtungen, aber er war eigentlich schon ganz cool, mal zu klettern und siese kuriosen schlößchen anzusehen. und außerdem war das alles unser guide schulde, der uns am liebsten in jede tata reingeführt hätte, so dass wir am ende sagen mussten "du, passt schon" und er fast beleidigt war.
am nächsten tag stand dann der pendjari parc auf dem plan. aufstehen irgendwann gegen halb fünf, losfahren gegen halb sechs. im parc dann doch erst gegen halb sieben, am ersten wasserloch noch ne stunde später. zu spät. keine tiere da. also keine tollen, nur son paar büffel, vögel, gemsen. ich bin eben kein safari-typ. so brausten wir den ganzen tag über staubig rote pisten, sahen hier einen vogel, da einen büffel, dort ein schweinchen, hier wieder ein paar andere yovos... und das alles bei fast vierzig grad. am liebsten hätte ich mich in den schatten an den pool des hotels mitten im parc gelegt. aber es ging nicht, der löwe wollte gefunden werden. oder zumindest der versuch musste unternommen werden. und so fuhren wir und fuhren, ich weiß nicht wie lange, aber wir waren sogar mal in burkina faso. für zehn minuten. sieht an der stelle dann auch nicht anders aus als benin, auch wenn die anderen behaupteten, man könne die trockenheit quasi schon sehen... naja. und es ging irgendwie immer so weiter. ein wasserloch nach dem anderen, ein schlagloch nach dem anderen. oh, da, nilpferde. anhalten, aussteigen, fotos machen, weiterfahren. hm, schau, vögel. foto. dann irgendwann mittagspause. danach wieder fahren, fahren, fahren, dann plötzlich ein schrei (ich glaube leider, dass ich das war), ein elephant. vor uns auf der straße. geht ins gebüsch, wir fahren langsam weiter, schauen, staunen... er schaut auch. und rennt plötzlich los, direkt auf uns zu. fahrer versucht zu fahren, geht nicht, elephant bleibt kurz vor uns in den zweigen von so nem baum hängen, geht zurück und verschwindet. wow. krass. beinahe von einem elephanten über den haufen gerannt worden. aber das war es dann auch schon fast. noch mal viel fahren, wasserloch links, vögel rechts. fotos. dann irgendwann raus aus dem parc, mittlerweile ist es bedrohlich dunkel geworden und ein wahnsinns sturm schaffte es, dass der sand zwischen den zähnen knirschte... dann nochmal schnell abstecher zu einem wasserfall, bisschen klettern, bisschen schwimmen, und wieder zurück. mittlerweile echt dunkel. und windig. und regen. viel regen. es gewitterte die ganze nacht, so dass man dachte, dass das strohdach der hütte eigentlich in der nächsten sekunde wegfliegen müsste. aber das passierte nicht, es regnete auch nicht rein. gute isolierung ;) am nächsten morgen dann aufbruch wieder richtung cotonou/bohicon und ouagadougou, gut zehn stunden fahrt... leider ging es mir ab da nicht gut, so dass ich die einzelheiten der busfahrt mal ausspare. aber habe mich selten so gefreut wieder daheim zu sein und einfach nur eine tasse tee zu trinken und ins bett zu gehen...
fazit: wow, der norden ist echt super schön!! und rauskommen aus cotonou ist immer gut, vor allem wenn man dann auch noch mit so netten leuten zusammen ist. warum mach ich das nicht öfter? ach ja, ich hab es fast vergessen... ich muss meinen urlaub beantragen...
und: peel it, cook it or forget it.. gilt auch für ungewaschene mangos, die ich mal als übeltäter des auf die reise folgenden übels bestimme...
Montag, 28. April 2008
wenn man mal was anderes machen will....
... dann kann man es einfach machen, oder damit drohen, dass man sonst gehen würde, und zwar ohne mit der wimper zu zucken, oder man schlägt es erstmal vor und schreibt einen antrag auf versetzung.
ich habe mich für letztere möglichkeit, weil mir meine stelle nicht so sehr zusagte (kennt das jemand, wenn er sich nicht ausgelastet fühlt? also so gar nicht?), entschieden, auch wenn ich mir dachte, dass ich mich damit in die mühlen der bürokratie dieser struktur begeben würde. und so war es dann auch. gespräche, antrag schreiben, antrag abgeben, warten, warten, gespräch mit mittlerer entscheidungsinstanz, warten, warten, gespräch mit oberster instanz, nachdenken, warten, gespräch mit mittlerer instanz, einsehen (oder auch nicht). antrag zurück nehmen, neue ausrichtung der alten stelle machen. es würde zu weit führen, wenn ich die genauen hintergründe meines tuns hier erkläre, aber ja, der stein wurde angestoßen und er rollte und rollte... und jetzt bin ich zwar auch um keine neue stelle reicher, aber um eine modifizierte alte, immerhin.
und wie kann man sich diese vorstellen? also von der grundsätzlichen problematik, dass vielleicht viele nicht verstehen, was ich hier überhaupt jemals wollte, ja was ich überhaupt studiert habe, ja was das alles soll... mal abgesehen, kann ich es ja mal versuchen zu erklären. vor meiner zeit in benin herrschte das chaos, die buchstäbliche flut. unzählige geber machen was sie wollen, investieren wo sie wollen und arbeiten zusammen mit wem sie wollen. wenn sie pech haben, stellen sie eines tages fest, dass im gleichen departement, bezirk oder gar dorf eine andere organisation schon was ähnliches oder vielleicht exakt das gleiche macht. mhm. blöd. wenn das mal rauskommt. schlecht. also wurde überlegt, es wäre doch toll, wenn es jemanden gäbe, der in einem bestimmten bereich mal erheben kann, wer eigentlich was macht. und wo. und mit wem. kurzum, sie wählten mich für diese stelle aus. gesagt getan, vorbereitung, ausreise. irgendwann in dieser zeit fand eine sitzung aller oberen etagen statt, wo man sich einigte, das nun selber zu machen. also das absprechen, das überhaupt sprechen. mhm. schön. gut. nur leider meine aufgabe futsch.
wie das so ist, dauert alles sehr lange, auch der tritt in den eigenen hintern, um etwas zu ändern. das habe ich dann aber mal getan und es war gar nicht so schlimm. und jetzt mache ich folgendes:
ich erhebe die wahrnehmung junger beniner in bezug auf armut... aha, mag der ein oder andere denken. das ganze ist vorarbeit für spätere ded-stellen, denn es soll viel mehr im bereich "jugendliche" gemacht werden, denn, aufgemerkt, in ein paar jahren wird der großteil der bevölkerung "jugendlich" sein. und darauf muss man ja vorbereitet sein.
ich suche mir also ein paar jugendgruppen, in cotonou, in porto-novo, im departement couffo und rede mit denen über armut. weil das aber gar nicht so einfach ist, also ich mir zumindest einige schwierigkeiten vorstellen kann, dürfte das einiges an vorarbeit erfordern. themenabende, diskussionsrunden, gruppenstunden... und wenn wir uns dann alle mal ausgetauscht haben, was wir denken, was und wer arm ist, dann überlegen wir uns, was man dagegen machen kann. und natürlich, wie man jugendliche und deren bedürfnisse besser in die nationalen armutsbekämpfungsstrategien einbinden kann (das musste rein...) und dann sehen wir (oder auch nur ich) zu, dass das ganze in eine ordentliche form gebracht wird, einen bericht oder so. und den bekommt dann das ministerium. oder zumindest das jugendparlament, von dem ich bis dato nicht weiß, ob es überhaupt außerhalb des papiers existiert.
wer jetzt immer noch findet, dass das ja alles ganz nett, aber bisschen unnötig ist, der darf das gerne weiter denken. vielleicht habe ich ja auch nicht überzeugend genug geschrieben. aber ich finde das gut. klar, da ist nachher kein brunnen, der paar jahre später wieder kaputt ist, sondern nur so ein bericht, den vielleicht keiner liest, in dem die eindrücke, die noch nicht mal repräsentativ sind, von ein paar jugendlichen gesammelt wurden. aber ich bin ja nunmal im bereich des "Appui à la societé civil", also stärkung der zivil-gesellschaft. und wo könnte man besser anfangen als bei jugendlichen? in einem land, wo das schulsystem so gar nicht zum selber denken anregt, und jugendliche bis zu einem alter von 35 als solche bezeichnet werden, ist es nicht unerheblich, ihre eigene, individuelle position zu stärken. und wenn es nur dadurch ist, ihnen gehör und aufmerksamkeit zu verschaffen und das, was sie sagen, ernst zu nehmen. so. und jetzt komm mir keiner mit steuergeldern und so, die verbrate ich bestimmt nicht. meine finanziellen ressourcen sind mein gehalt und vielleicht papier und stifte. verbraten tun andere. aber da will ich mal nicht ausholen.
und ich freu mich, auf das was da kommen mag. und was ich erleben werde. und vielleicht habt ihr auch glück, und ich schreib hier auch mal was davon rein. nette kleine geschichten, von netten leuten, so nett, dass sie dann bestimmt auch mit foto in den ded-brief kommen... mal sehen. ich habe andere ziele.
zum besipiel mal tourist sein. am donnerstag geht es los. um 6h zum bus, dann 10 - 14 h fahrt nach tanguieta ganz in den norden... und dann in den pendjari parc... und vielleicht eine echte safari. wow, erste richtige safari in afrika. ich bin gespannt. und noch gespannter bin ich, ob ich da überhaupt ankommen werde... naja wenn nicht, das ziel ist ja bekanntlich der weg
ich habe mich für letztere möglichkeit, weil mir meine stelle nicht so sehr zusagte (kennt das jemand, wenn er sich nicht ausgelastet fühlt? also so gar nicht?), entschieden, auch wenn ich mir dachte, dass ich mich damit in die mühlen der bürokratie dieser struktur begeben würde. und so war es dann auch. gespräche, antrag schreiben, antrag abgeben, warten, warten, gespräch mit mittlerer entscheidungsinstanz, warten, warten, gespräch mit oberster instanz, nachdenken, warten, gespräch mit mittlerer instanz, einsehen (oder auch nicht). antrag zurück nehmen, neue ausrichtung der alten stelle machen. es würde zu weit führen, wenn ich die genauen hintergründe meines tuns hier erkläre, aber ja, der stein wurde angestoßen und er rollte und rollte... und jetzt bin ich zwar auch um keine neue stelle reicher, aber um eine modifizierte alte, immerhin.
und wie kann man sich diese vorstellen? also von der grundsätzlichen problematik, dass vielleicht viele nicht verstehen, was ich hier überhaupt jemals wollte, ja was ich überhaupt studiert habe, ja was das alles soll... mal abgesehen, kann ich es ja mal versuchen zu erklären. vor meiner zeit in benin herrschte das chaos, die buchstäbliche flut. unzählige geber machen was sie wollen, investieren wo sie wollen und arbeiten zusammen mit wem sie wollen. wenn sie pech haben, stellen sie eines tages fest, dass im gleichen departement, bezirk oder gar dorf eine andere organisation schon was ähnliches oder vielleicht exakt das gleiche macht. mhm. blöd. wenn das mal rauskommt. schlecht. also wurde überlegt, es wäre doch toll, wenn es jemanden gäbe, der in einem bestimmten bereich mal erheben kann, wer eigentlich was macht. und wo. und mit wem. kurzum, sie wählten mich für diese stelle aus. gesagt getan, vorbereitung, ausreise. irgendwann in dieser zeit fand eine sitzung aller oberen etagen statt, wo man sich einigte, das nun selber zu machen. also das absprechen, das überhaupt sprechen. mhm. schön. gut. nur leider meine aufgabe futsch.
wie das so ist, dauert alles sehr lange, auch der tritt in den eigenen hintern, um etwas zu ändern. das habe ich dann aber mal getan und es war gar nicht so schlimm. und jetzt mache ich folgendes:
ich erhebe die wahrnehmung junger beniner in bezug auf armut... aha, mag der ein oder andere denken. das ganze ist vorarbeit für spätere ded-stellen, denn es soll viel mehr im bereich "jugendliche" gemacht werden, denn, aufgemerkt, in ein paar jahren wird der großteil der bevölkerung "jugendlich" sein. und darauf muss man ja vorbereitet sein.
ich suche mir also ein paar jugendgruppen, in cotonou, in porto-novo, im departement couffo und rede mit denen über armut. weil das aber gar nicht so einfach ist, also ich mir zumindest einige schwierigkeiten vorstellen kann, dürfte das einiges an vorarbeit erfordern. themenabende, diskussionsrunden, gruppenstunden... und wenn wir uns dann alle mal ausgetauscht haben, was wir denken, was und wer arm ist, dann überlegen wir uns, was man dagegen machen kann. und natürlich, wie man jugendliche und deren bedürfnisse besser in die nationalen armutsbekämpfungsstrategien einbinden kann (das musste rein...) und dann sehen wir (oder auch nur ich) zu, dass das ganze in eine ordentliche form gebracht wird, einen bericht oder so. und den bekommt dann das ministerium. oder zumindest das jugendparlament, von dem ich bis dato nicht weiß, ob es überhaupt außerhalb des papiers existiert.
wer jetzt immer noch findet, dass das ja alles ganz nett, aber bisschen unnötig ist, der darf das gerne weiter denken. vielleicht habe ich ja auch nicht überzeugend genug geschrieben. aber ich finde das gut. klar, da ist nachher kein brunnen, der paar jahre später wieder kaputt ist, sondern nur so ein bericht, den vielleicht keiner liest, in dem die eindrücke, die noch nicht mal repräsentativ sind, von ein paar jugendlichen gesammelt wurden. aber ich bin ja nunmal im bereich des "Appui à la societé civil", also stärkung der zivil-gesellschaft. und wo könnte man besser anfangen als bei jugendlichen? in einem land, wo das schulsystem so gar nicht zum selber denken anregt, und jugendliche bis zu einem alter von 35 als solche bezeichnet werden, ist es nicht unerheblich, ihre eigene, individuelle position zu stärken. und wenn es nur dadurch ist, ihnen gehör und aufmerksamkeit zu verschaffen und das, was sie sagen, ernst zu nehmen. so. und jetzt komm mir keiner mit steuergeldern und so, die verbrate ich bestimmt nicht. meine finanziellen ressourcen sind mein gehalt und vielleicht papier und stifte. verbraten tun andere. aber da will ich mal nicht ausholen.
und ich freu mich, auf das was da kommen mag. und was ich erleben werde. und vielleicht habt ihr auch glück, und ich schreib hier auch mal was davon rein. nette kleine geschichten, von netten leuten, so nett, dass sie dann bestimmt auch mit foto in den ded-brief kommen... mal sehen. ich habe andere ziele.
zum besipiel mal tourist sein. am donnerstag geht es los. um 6h zum bus, dann 10 - 14 h fahrt nach tanguieta ganz in den norden... und dann in den pendjari parc... und vielleicht eine echte safari. wow, erste richtige safari in afrika. ich bin gespannt. und noch gespannter bin ich, ob ich da überhaupt ankommen werde... naja wenn nicht, das ziel ist ja bekanntlich der weg
Dienstag, 8. April 2008
as time goes by
nein, das wird jetzt keine sentimental-verklärte-gefühlsduselige-ach-wie-lang-bin-ich-schon-hier-wer-hätte-das-gedacht-mail, das war nur grad das, was mir so eingefallen ist.
und genau betrachtet bin ich tatsächlich bald schon vier, four, quatre, quatro und so weiter monate hier... ein drittel der gesamt zeit. da darf man ja wohl mal ein bisschen sentimental werden. immerhin war ich noch nie so lange von zu hause, weg, also bayreuth nicht mitgezählt. aber bayreuth ist ja auch was ganz anderes. zumindest habe ich da nicht tägllich angst, dass die mücke, die meine knöchel maltretierte, mir auch malaria brachte, dass das mittagessen, dass ich schwitzend unter plastikplanen einnahm, wurm-und-was-sonst-noch frei war, und mir deshalb für dieses mal die amöben-rhur erspart bleibt oder ich einfach bei der nächsten zem-taxi-fahrt auch als blutiger klumpen auf dem asphalt ende... auch ist es hier nie so kalt wie in bayreuth, was ich bei "in den morgenstunden wird es in cotonou auf 26° abkühlen, am nachmittag dann 35° erreichen" wirklich bedauerlich finde. Hat ja auch was mit Kulturaustausch zu tun, ob man bei der deutschen Botschaft eine Tonne Kunstschnee bestellen kann? Also nur um das hier mal zu zeigen. Mein Desktop hat als Hintergrundbild mitlerweile auch ein foto des letzten skiurlaubs, da habe ich gleich das gefühl, es ist 10° kühler. aber es hilft ja alles nichts, man schwitzt und das sogar beim stillstehen, reden wir gar nicht erst übers übermäßige (gehen, draußen) bewegen unter gleißender sonne. heute abend werde ich das ganze noch eine stufe steigern, eine illustre truppe unsportlicher, oder zumindest unsportlich gewordener, dedler macht sich auf in die "hall du sport" um sich dort vom taekwondow-drill-instructor mal richtig fertig machen zu lassen. hoffentlich. denn müde und schlapp hocken wir tag ein tag aus in unseren bürodrehstühlen, lassen uns selbst den kaffee bringen und haben als einzige bewegung die drei treppen (wenn man wie ich auf dem dach residiert) im büro zu meistern... sowie abends und morgens noch die treppe im haus. wenn das mal nichts ist. leider macht da selbst der sportlichste körper irgendwann nicht mehr mit, er weigert sich, weiterhin die linie zu halten und straft seinen besitzer mit zu engen hosen, spannenden hemdknöpfen, kurzartmigkeit, allgemeiner schwabbeligkeit und dem gefühl, einem mehlsack (dem nassen) ähnlicher zu sein als seinem vorherigen astral-body. manche resignieren, die küche ist eben auch zu gut, und warum weniger essen, so lange man noch in sein auto klettern kann, gehen zum schneider und lassen sich die ganze garderobe in ein-zwei größen größer nachnähen... naja, und die anderen motzen erst ganz lange rum, essen weniger, merken keine veränderung, finden andere leidensgenossen, schließen sich zusammen um gemeinsam gegen den feind, die langsame verfettung, zu kämpfen. es fing erstmal mit schwimmen an, zusätzlich abends ein kleines workout unterm ventilator und jetzt das, auf in die richtige öffentlichkeit, unter leute, wieder schwitzen, aber diesmal mit guter absicht, und schmerzen, es wird bestimmt schmerzen... aber das muss dann wohl... wat mut, dat mut. hatte ich schon immer so eine aufopferungsvolle haltung, also mir selbst gegenüber? ich bin mir nicht sicher, vielleicht werde ich auch einfach wahnsinnig und keiner sagt mir bescheid. möglich wär's. und merken tut man das hier nicht, weil alle mit wahnsinnig werden. oder eben sport machen. so wie wir, wir sind nämlich nicht wahnsinnig.
hm, trotz klima mindestens 30°, das erklärt einiges, oder? also nicht verzweifeln, mir gehts gut. trotzdem mein reisepass angeschimmelt ist. ja, und meine wanderschuhe. und zwei taschen. und und und. ist das ein zeichen? aber welches bloß? ich bin überfragt und habe erstmal eine flasch essig gekauft, den billigen, für den schimmel nur das beste. jetzt riecht alles komisch. irgendwie nach essig. hm, die welt ist wundersam. naja, es gibt noch mehr kuriositäten, aber die habe ich mir vielleicht für ein ander mal auf, damit ich dann noch was zu erzählen habe, und nicht über figurprobleme und andere nichtigkeiten philosophiere. so. fertig.
neue fotos unter picasa, einfach auf einen der dia-kästen klicken, dann sollte man auch die anderen alben sehen können. richtig fertig.
und genau betrachtet bin ich tatsächlich bald schon vier, four, quatre, quatro und so weiter monate hier... ein drittel der gesamt zeit. da darf man ja wohl mal ein bisschen sentimental werden. immerhin war ich noch nie so lange von zu hause, weg, also bayreuth nicht mitgezählt. aber bayreuth ist ja auch was ganz anderes. zumindest habe ich da nicht tägllich angst, dass die mücke, die meine knöchel maltretierte, mir auch malaria brachte, dass das mittagessen, dass ich schwitzend unter plastikplanen einnahm, wurm-und-was-sonst-noch frei war, und mir deshalb für dieses mal die amöben-rhur erspart bleibt oder ich einfach bei der nächsten zem-taxi-fahrt auch als blutiger klumpen auf dem asphalt ende... auch ist es hier nie so kalt wie in bayreuth, was ich bei "in den morgenstunden wird es in cotonou auf 26° abkühlen, am nachmittag dann 35° erreichen" wirklich bedauerlich finde. Hat ja auch was mit Kulturaustausch zu tun, ob man bei der deutschen Botschaft eine Tonne Kunstschnee bestellen kann? Also nur um das hier mal zu zeigen. Mein Desktop hat als Hintergrundbild mitlerweile auch ein foto des letzten skiurlaubs, da habe ich gleich das gefühl, es ist 10° kühler. aber es hilft ja alles nichts, man schwitzt und das sogar beim stillstehen, reden wir gar nicht erst übers übermäßige (gehen, draußen) bewegen unter gleißender sonne. heute abend werde ich das ganze noch eine stufe steigern, eine illustre truppe unsportlicher, oder zumindest unsportlich gewordener, dedler macht sich auf in die "hall du sport" um sich dort vom taekwondow-drill-instructor mal richtig fertig machen zu lassen. hoffentlich. denn müde und schlapp hocken wir tag ein tag aus in unseren bürodrehstühlen, lassen uns selbst den kaffee bringen und haben als einzige bewegung die drei treppen (wenn man wie ich auf dem dach residiert) im büro zu meistern... sowie abends und morgens noch die treppe im haus. wenn das mal nichts ist. leider macht da selbst der sportlichste körper irgendwann nicht mehr mit, er weigert sich, weiterhin die linie zu halten und straft seinen besitzer mit zu engen hosen, spannenden hemdknöpfen, kurzartmigkeit, allgemeiner schwabbeligkeit und dem gefühl, einem mehlsack (dem nassen) ähnlicher zu sein als seinem vorherigen astral-body. manche resignieren, die küche ist eben auch zu gut, und warum weniger essen, so lange man noch in sein auto klettern kann, gehen zum schneider und lassen sich die ganze garderobe in ein-zwei größen größer nachnähen... naja, und die anderen motzen erst ganz lange rum, essen weniger, merken keine veränderung, finden andere leidensgenossen, schließen sich zusammen um gemeinsam gegen den feind, die langsame verfettung, zu kämpfen. es fing erstmal mit schwimmen an, zusätzlich abends ein kleines workout unterm ventilator und jetzt das, auf in die richtige öffentlichkeit, unter leute, wieder schwitzen, aber diesmal mit guter absicht, und schmerzen, es wird bestimmt schmerzen... aber das muss dann wohl... wat mut, dat mut. hatte ich schon immer so eine aufopferungsvolle haltung, also mir selbst gegenüber? ich bin mir nicht sicher, vielleicht werde ich auch einfach wahnsinnig und keiner sagt mir bescheid. möglich wär's. und merken tut man das hier nicht, weil alle mit wahnsinnig werden. oder eben sport machen. so wie wir, wir sind nämlich nicht wahnsinnig.
hm, trotz klima mindestens 30°, das erklärt einiges, oder? also nicht verzweifeln, mir gehts gut. trotzdem mein reisepass angeschimmelt ist. ja, und meine wanderschuhe. und zwei taschen. und und und. ist das ein zeichen? aber welches bloß? ich bin überfragt und habe erstmal eine flasch essig gekauft, den billigen, für den schimmel nur das beste. jetzt riecht alles komisch. irgendwie nach essig. hm, die welt ist wundersam. naja, es gibt noch mehr kuriositäten, aber die habe ich mir vielleicht für ein ander mal auf, damit ich dann noch was zu erzählen habe, und nicht über figurprobleme und andere nichtigkeiten philosophiere. so. fertig.
neue fotos unter picasa, einfach auf einen der dia-kästen klicken, dann sollte man auch die anderen alben sehen können. richtig fertig.
Dienstag, 25. März 2008
Auf nach Lomé
dank mohammed, der hier am freitag seinen geburtstag gefeiert hat, hatten wir tatsächlich vier tage am stück frei. also habe ich anfang der letzten woche überlegt, welche reiseziele mit wenig fahrtzeit verbunden sind und habe mich dann mitte der woche für lomé, der hauptstadt togos (150km, minus eine zeitzone) entschieden. praktischer weise hatte mandy, meine liebe mitbewohnerin aus bayreuth, die gleiche idee, allerdings startete sie von frankfurt und bleibt auch ein bisschen länger, nämlich ein jahr. nachdem die kommunikation ein bisschen erschwert wurde, weil sie so schnell kein handy und auch kein internet hatte, konnten wir dann doch donnerstag per sms die groben rahmendaten klären. da kam mir dann wieder ins bewusstsein, ich will ja über eine grenze, ich brauche ein visum. leider bisschen blöd, wenn einem das am tag vor der grenzüberquerung einfällt und es schon nachmittag ist... für die togoische botschaft in cotonou war es also zu spät. sämtliche leute, die ich zwecks visum befragte, sagten mir unterschiedliche dinge, die spannweite war von 48h bis 1 Monat... ich wollte ja eigentlich nur 3 Tage. leider waren sonntag und montag feiertag, so dass ich die visaverlängerung für den 48h-fall in lomé nicht würde machen können. in der hoffnung, es würde schon alles gut gehen, außerdem bin ich ja weiß, eine frau und in besitz eines dienstpasses (mit hinweis, den besitzer dieses passes schnell und unbürokratisch passieren zu lassen ;) ) entschied ich mich trotz gegenwind, die operation lomé zu starten. abends stellte sich noch heraus, dass eine kollegin eh am freitag richtung togoische grenze aufbrechen wollte, und mich bis comé mitnehmen könnte, von da aus könnte ich dann ganz einfach ein taxi nach lomé nehmen.
gesagt getan, mit gehöriger zeitverzögerung starteten wir freitag gegen halb zwei in cotonou. der feiertagsverkehr war leider schon da und so dauerte es, bis wir aus der stadt herauskamen. neben dem geburtstag von mohammed war auch noch karfreitag, und unzählige menschen formierten sich in kreuzzügen, äh kreuzwegen und blockierten mit ihrem aufmarsch (lautsprecher...) die straßen. nun gut, das alles hinter uns gelassen, befanden wir uns auf der straße richtung grenze... keine 10km gefahren bemerkte meine kollegin plötzlich, dass die bremsen blockieren und da sie kein gutes gefühl hatte, hielten wir an der nächsten möglichkeit und riefen den mechaniker an. der versprach dann auch "gleich" zu kommen, er sei quasi auf dem weg, und wir setzten uns in eine kleine buvette und warteten. zwei stunden später tauchte der gute mensch dann auf, fuhr eine dreiviertel stunde um den block und hatte schließlich das problem behoben (meine zwischenzeitlichen fragen, ob es nicht besser sei, ich würde von hier schon das taxi nehmen, wurden ausgeschlagen, es sei ja noch genug zeit). auto repariert, obligatorisches sucerie getrunken, und schon ging es weiter.. mittlerweile kurz vor 17h. man bedenke, noch 2 stunden bis dunkelheit, und dunkelheit ist verboten, also fahren in der dunkelheit und außerhalb der großen ortschaften. in comé angekommen, war leider kein taxi da, und alle die vorbeibrausten waren voll. normalerweise ist ja voll nicht gleich voll. also die normalen taxis sind hier einfache personenwagen, meisten älteren baujahres, wo bei uns hinten drei leute sitzen, sitzen hier auch schonmal 5 und vorne eben 3 (in der mitte liegt extra ein zusammengefaltetes stück stoff). leider hatten wir die halbe stunde der korrekten fahrere erwischt, die hatten hinten nur drei leute sitzen (also locker noch platz für mich), bestanden aber auf die einhaltung der verkehrsregeln... glücklicherweise stieg zufällig einer bei uns aus, und ich konnte hinein. es fing schon an zu dämmern, als wir richtung grenze brausten. dort musste ich mich erst der beninischen seite stellen, die unglaubliche 20min brauchte, um mir einen ausreisestempel zu geben. neben sämtlichen angaben, warum, wieso, wo, wie lange ich nach togo wolle, und warum ich denn verheiratet sei (habe so nen netten ring auf dem markt in cotonou erstanden, wirkt erstaunlich gut), in meinem pass aber keine kinder eingetragen seien... bekam ich den stempel (=tampon (ich unwissend "nein, brauche ich nicht...")) reingeknallt und konnte meinen marsch zur togoischen immigration fortsetzen, wo ich viel größere hürden erwartete. dort wurde ich aber vergleichsweise freundlich empfangen, und ich durfte ein aufgebot an bürokratie erleben. neben einem großen stempel bekam ich noch eine briefmarke und zwei kleine stempel nicht sehr liebevoll hineingeklatscht. ich musste ein großes formblatt (namen der eltern, adressen...) ausfüllen und zweimal irgendwas unterschreiben. schließlich galt das visum für sieben tage, womit sich meine größte sorge, ich könne mich für einen tag illegal im land auf halten, erledigt hatte. beim rausgehen sah ich noch einen großen teller, der voller stempel war... das scheint hier eine echte leidenschaft zu sein (naja, selbst in der apotheke stempeln sie einem jedes medikament einzeln mit "payé" ab), und ich will gar nicht wissen, was man sich sonst noch so alles in diesem büro erstempeln lassen kann.
mittlerweile schon ziemlich dämmrig fuhren wir von der grenze weg. leider gleich in einen stau, der mir immerhin ermöglichte, den mikrokosmos grenzgebiet zu betrachten. auf beiden seiten haben sich unzählige fliegende und stehende händler angesiedelt, von autoteilen, über voodoo-talismane bis geröstete schweineköpfe (essen, kein talisman) konnte man alles bekommen, bzw. vom fenster aus ordern. diese drive-in mentalität ist eigentlich ein extra eintrag wert... mal sehen.
die ersten eindrücke waren überwältigend. man fuhr über eine art brücke in die bucht von aneho rein und sah das meer und lange sandstrände mit palmen... dazu untergehende sonne. schön kitschig. leider hatte mein sitznachbar mich in ein "wenn man nach afrika kommt, sieht man doch nur die armut"-gespräch verwickelt, wo ich ihm in diesem moment nur wiedersprechen konnte, denn die landschaft war einfach zu schön. habe dann versucht, ihm was von nachhaltigem tourismus zu erzählen, wollte aber nicht so gut klappen. die letzte stunde fuhren wir in dunkelheit (ja, verboten, ich weiß), und irgendwann kamen wir in lomé an, wo mich mandy und fovi schon erwarteten. wir kletterten dann als bald auf zems und fuhren zu fovis familie. er wohnt in einem hof, zusammen mit ca. 25 anderen leuten, mit denen er auch meistens irgendwie verwandt ist. also in der mitte ist ein großer sandplatz und ein brunnen und drumherum gibt es verschiedene hütten/zimmer. wir wurden sehr herzlich begrüßt, zu meinem leidwesen auf ewe, der lokalen sprache im süden togos. mandy kann diese komplizierte sprache schon echt gut (für mich hörte sich alles wie eine mischung aus chinesisch und russisch an) und übersetzte mir dankenswerterweise. wir aßen zusammen (wow, bei den familien wird mal so richtig scharf gekocht.. kein vergleich zu der kantine in cotonou), quatschten und machten uns dann später auf zu mandy, die ein paar straßen weiter wohnte. nach erfolgreicher installation des moskitonetzes gingen wir zu viert noch eine cola trinken und quatschten viel über politik und afrika und deutschland. todmüde fielen wir irgendwann ins bett (ach ja, es ist dort ja auch zeitverschiebung, also für mich immer gefühlt eine stunde später) und plauderten noch bis wir irgendwann einschliefen. am morgen holte mandy dann mit ziemlichem geschick (ich wusste tatsächlich nicht, dass es eine spezielle technik dafür gibt) wasser aus dem brunnen, damit wir die toilette spülen und uns waschen konnten. nach einem schnellen frühstück auf der veranda (lekker avocado-mayo-baguette) machten wir uns auf nach lomé-central... bisschen sight-seeing. an einem sehr menschenleerem platz fanden wir die unabhängigkeitsstatue und ein ziemlich hässliches hotel. menschenleer, weil es verdammt heiß (wolkenloser himmel) war, häßliches hotel, keine ahnung warum. von dort aus liefen wir zum stadtstrand (in lomé liegt die stadt tatsächlich am strand!!), und ruhten uns ein bisschen mit frischgepresstem orangensaft im schatten der plamen aus. dummerweise hatte ich mir eingebildet, nach drei monaten afrika keine sonnencreme mehr zu benötigen... weit gefehlt, schon mittags zeichneten sich verdammt krebsrote flächen auf meiner haut ab... von meinem gesicht wohl nicht zu sprechen, aber das konnte ich ja nicht sehen. nachdem also die größte hitz vorbei war, machten wir uns wieder in die stadt auf, vorbei an hotels und kinos (ahhh, die haben sogar kinos) und einmal quer durch den markt. der ist mindestens genauso chaotisch wie der in cotonou, gleiches sortiment, gleiche hitze, also kein grund für neid ;) dort charterten wir dann ein taxi, dass uns zu einem badestrand stadtauswärts bringen sollte (sämtliche anderen pläne aufgegeben, wg hitze). dort verlebten wir ein paar entspannte stunden, mandy entdeckte, dass papayas doch nicht nur nach gemüse schmecken und ich bin seit dem begeisterter fan der grünen orangen. am abend gab es wieder essen bei fovi, und danach noch ein "straßenkonzert", das eigentlich zur promotion einer neuen bar aufgebeut worden war. ostersonntag teilte sich in ausschlafen (für mich) und messer (für mandy). beides fand parallel statt, weil die messe schon um 7:00 anfing und gut 3 stunden dauerte. ich muss sagen, mein bedauern, nicht hingegangen zu sein, hielt sich in grenzen. der rest des tages bestand in essen, ausruhen und am abend eine tanzveranstaltung ansehen (da gibt es tanzgruppen in jedem quartier und die machen das wohl sehr regelmäßig, dass sie auftreten; und jede gruppe, hat so ihren eigenen tanz; aber wer da mehr wissen will, fragt besser mandy, die hat da nämlich ahnung von). plötzlich war auch schon wieder montag und ich machte mich auf die rückreise. ein taxi wurde schnell gefunden, die fahrt wurde von unzähligen stops und sachen einladen unterbrochen und der fahrer hielt sich an die übliche beladung, fünf leute hinten und ich in der mitte... schonmal jemand einen krampf im fuß gehabt, und sich dann nicht bewegen können? nun ja, grenze ging bisschen einfacher, brauchte ja nur die aus- und dann wieder einreisestempel. allerdings musste ich wieder den selben zettel wie auf dem hinweg ausfüllen (auf beniner seite) und der mensch war echt ungehalten, als ich ihn nicht versand... nerv... gegen 16h kam ich dann in cotonou an, der fahrer, seineszeichens beniner, kannte sich nicht aus, so kam es, dass ich am falschen ende des boulevard st.michel ausgesetzt wurde und die "kurze" strecke, in einer stunde zurück lief. leider hatten die einkaufsmöglichkeiten, die ich unterwegs erhoffte, zu, so dass mein laufen einfach gar keinen sinn hatte, ich aber gegen ende dann auch zu stur war, noch ein zem zu nehmen. bewegung ist schließlich gesund (mit sonnenbrand und wunden füßen).
wenn ich ein fazit ziehen würde, dann wohl dieses, dass ich nach drei monaten endlich mal in afrika war. ja, cotonou ist auch afrika, aber den teil, den ich davon sehe, kann man eben auch in einer europäischen großstadt finden. wenn ich nicht ab- und zu mal strom- und wasserausfall haben würde, würde ich es wahrscheinlich gänzlich vergessen. bis jetzt lebe ich ein priviligiertes, touristisches, abgehobenes leben, mit allem komfort den man so haben kann. im vergleich zu einigen kollegen und anderen yovos fühle ich mich immer noch wahnsinnig angepasst an die lokalen bedingungen, aber eigentlich ist das sehr scheinheilig. von lomé wieder auf den afrikanischen boden der tatsachen gebracht, kam mir dann in den sinn, dass ein großteil der afrikanischen bevölkerung noch unter viel "schlimmeren" bedingungen als die familie in lomé wohnt, denn die haben den vorteil eines eigen brunnens und somit zugang zu wasser. heute sitze ich dann wieder an meinem schreibtisch und mache mir gedanken, wie man die ländliche wasserversorgung in benin mit sozialwissenschaftlichen methoden erheben kann... dabei wird es dann kategorien wie "entfernung zur nächsten wasserquelle", "täglicher zeitaufwand fürs wasserholen" oder "art der quelle (wenn es keinen brunnen gibt, dann greift man eben auf ein marigot, eine natürliche quelle/teich/tümpel zurück)" geben... irgendwie eine andere welt, und irgendwie unvorstellbar, dass wir von unseren klimatisierten büros aus uns als experten geben...
gesagt getan, mit gehöriger zeitverzögerung starteten wir freitag gegen halb zwei in cotonou. der feiertagsverkehr war leider schon da und so dauerte es, bis wir aus der stadt herauskamen. neben dem geburtstag von mohammed war auch noch karfreitag, und unzählige menschen formierten sich in kreuzzügen, äh kreuzwegen und blockierten mit ihrem aufmarsch (lautsprecher...) die straßen. nun gut, das alles hinter uns gelassen, befanden wir uns auf der straße richtung grenze... keine 10km gefahren bemerkte meine kollegin plötzlich, dass die bremsen blockieren und da sie kein gutes gefühl hatte, hielten wir an der nächsten möglichkeit und riefen den mechaniker an. der versprach dann auch "gleich" zu kommen, er sei quasi auf dem weg, und wir setzten uns in eine kleine buvette und warteten. zwei stunden später tauchte der gute mensch dann auf, fuhr eine dreiviertel stunde um den block und hatte schließlich das problem behoben (meine zwischenzeitlichen fragen, ob es nicht besser sei, ich würde von hier schon das taxi nehmen, wurden ausgeschlagen, es sei ja noch genug zeit). auto repariert, obligatorisches sucerie getrunken, und schon ging es weiter.. mittlerweile kurz vor 17h. man bedenke, noch 2 stunden bis dunkelheit, und dunkelheit ist verboten, also fahren in der dunkelheit und außerhalb der großen ortschaften. in comé angekommen, war leider kein taxi da, und alle die vorbeibrausten waren voll. normalerweise ist ja voll nicht gleich voll. also die normalen taxis sind hier einfache personenwagen, meisten älteren baujahres, wo bei uns hinten drei leute sitzen, sitzen hier auch schonmal 5 und vorne eben 3 (in der mitte liegt extra ein zusammengefaltetes stück stoff). leider hatten wir die halbe stunde der korrekten fahrere erwischt, die hatten hinten nur drei leute sitzen (also locker noch platz für mich), bestanden aber auf die einhaltung der verkehrsregeln... glücklicherweise stieg zufällig einer bei uns aus, und ich konnte hinein. es fing schon an zu dämmern, als wir richtung grenze brausten. dort musste ich mich erst der beninischen seite stellen, die unglaubliche 20min brauchte, um mir einen ausreisestempel zu geben. neben sämtlichen angaben, warum, wieso, wo, wie lange ich nach togo wolle, und warum ich denn verheiratet sei (habe so nen netten ring auf dem markt in cotonou erstanden, wirkt erstaunlich gut), in meinem pass aber keine kinder eingetragen seien... bekam ich den stempel (=tampon (ich unwissend "nein, brauche ich nicht...")) reingeknallt und konnte meinen marsch zur togoischen immigration fortsetzen, wo ich viel größere hürden erwartete. dort wurde ich aber vergleichsweise freundlich empfangen, und ich durfte ein aufgebot an bürokratie erleben. neben einem großen stempel bekam ich noch eine briefmarke und zwei kleine stempel nicht sehr liebevoll hineingeklatscht. ich musste ein großes formblatt (namen der eltern, adressen...) ausfüllen und zweimal irgendwas unterschreiben. schließlich galt das visum für sieben tage, womit sich meine größte sorge, ich könne mich für einen tag illegal im land auf halten, erledigt hatte. beim rausgehen sah ich noch einen großen teller, der voller stempel war... das scheint hier eine echte leidenschaft zu sein (naja, selbst in der apotheke stempeln sie einem jedes medikament einzeln mit "payé" ab), und ich will gar nicht wissen, was man sich sonst noch so alles in diesem büro erstempeln lassen kann.
mittlerweile schon ziemlich dämmrig fuhren wir von der grenze weg. leider gleich in einen stau, der mir immerhin ermöglichte, den mikrokosmos grenzgebiet zu betrachten. auf beiden seiten haben sich unzählige fliegende und stehende händler angesiedelt, von autoteilen, über voodoo-talismane bis geröstete schweineköpfe (essen, kein talisman) konnte man alles bekommen, bzw. vom fenster aus ordern. diese drive-in mentalität ist eigentlich ein extra eintrag wert... mal sehen.
die ersten eindrücke waren überwältigend. man fuhr über eine art brücke in die bucht von aneho rein und sah das meer und lange sandstrände mit palmen... dazu untergehende sonne. schön kitschig. leider hatte mein sitznachbar mich in ein "wenn man nach afrika kommt, sieht man doch nur die armut"-gespräch verwickelt, wo ich ihm in diesem moment nur wiedersprechen konnte, denn die landschaft war einfach zu schön. habe dann versucht, ihm was von nachhaltigem tourismus zu erzählen, wollte aber nicht so gut klappen. die letzte stunde fuhren wir in dunkelheit (ja, verboten, ich weiß), und irgendwann kamen wir in lomé an, wo mich mandy und fovi schon erwarteten. wir kletterten dann als bald auf zems und fuhren zu fovis familie. er wohnt in einem hof, zusammen mit ca. 25 anderen leuten, mit denen er auch meistens irgendwie verwandt ist. also in der mitte ist ein großer sandplatz und ein brunnen und drumherum gibt es verschiedene hütten/zimmer. wir wurden sehr herzlich begrüßt, zu meinem leidwesen auf ewe, der lokalen sprache im süden togos. mandy kann diese komplizierte sprache schon echt gut (für mich hörte sich alles wie eine mischung aus chinesisch und russisch an) und übersetzte mir dankenswerterweise. wir aßen zusammen (wow, bei den familien wird mal so richtig scharf gekocht.. kein vergleich zu der kantine in cotonou), quatschten und machten uns dann später auf zu mandy, die ein paar straßen weiter wohnte. nach erfolgreicher installation des moskitonetzes gingen wir zu viert noch eine cola trinken und quatschten viel über politik und afrika und deutschland. todmüde fielen wir irgendwann ins bett (ach ja, es ist dort ja auch zeitverschiebung, also für mich immer gefühlt eine stunde später) und plauderten noch bis wir irgendwann einschliefen. am morgen holte mandy dann mit ziemlichem geschick (ich wusste tatsächlich nicht, dass es eine spezielle technik dafür gibt) wasser aus dem brunnen, damit wir die toilette spülen und uns waschen konnten. nach einem schnellen frühstück auf der veranda (lekker avocado-mayo-baguette) machten wir uns auf nach lomé-central... bisschen sight-seeing. an einem sehr menschenleerem platz fanden wir die unabhängigkeitsstatue und ein ziemlich hässliches hotel. menschenleer, weil es verdammt heiß (wolkenloser himmel) war, häßliches hotel, keine ahnung warum. von dort aus liefen wir zum stadtstrand (in lomé liegt die stadt tatsächlich am strand!!), und ruhten uns ein bisschen mit frischgepresstem orangensaft im schatten der plamen aus. dummerweise hatte ich mir eingebildet, nach drei monaten afrika keine sonnencreme mehr zu benötigen... weit gefehlt, schon mittags zeichneten sich verdammt krebsrote flächen auf meiner haut ab... von meinem gesicht wohl nicht zu sprechen, aber das konnte ich ja nicht sehen. nachdem also die größte hitz vorbei war, machten wir uns wieder in die stadt auf, vorbei an hotels und kinos (ahhh, die haben sogar kinos) und einmal quer durch den markt. der ist mindestens genauso chaotisch wie der in cotonou, gleiches sortiment, gleiche hitze, also kein grund für neid ;) dort charterten wir dann ein taxi, dass uns zu einem badestrand stadtauswärts bringen sollte (sämtliche anderen pläne aufgegeben, wg hitze). dort verlebten wir ein paar entspannte stunden, mandy entdeckte, dass papayas doch nicht nur nach gemüse schmecken und ich bin seit dem begeisterter fan der grünen orangen. am abend gab es wieder essen bei fovi, und danach noch ein "straßenkonzert", das eigentlich zur promotion einer neuen bar aufgebeut worden war. ostersonntag teilte sich in ausschlafen (für mich) und messer (für mandy). beides fand parallel statt, weil die messe schon um 7:00 anfing und gut 3 stunden dauerte. ich muss sagen, mein bedauern, nicht hingegangen zu sein, hielt sich in grenzen. der rest des tages bestand in essen, ausruhen und am abend eine tanzveranstaltung ansehen (da gibt es tanzgruppen in jedem quartier und die machen das wohl sehr regelmäßig, dass sie auftreten; und jede gruppe, hat so ihren eigenen tanz; aber wer da mehr wissen will, fragt besser mandy, die hat da nämlich ahnung von). plötzlich war auch schon wieder montag und ich machte mich auf die rückreise. ein taxi wurde schnell gefunden, die fahrt wurde von unzähligen stops und sachen einladen unterbrochen und der fahrer hielt sich an die übliche beladung, fünf leute hinten und ich in der mitte... schonmal jemand einen krampf im fuß gehabt, und sich dann nicht bewegen können? nun ja, grenze ging bisschen einfacher, brauchte ja nur die aus- und dann wieder einreisestempel. allerdings musste ich wieder den selben zettel wie auf dem hinweg ausfüllen (auf beniner seite) und der mensch war echt ungehalten, als ich ihn nicht versand... nerv... gegen 16h kam ich dann in cotonou an, der fahrer, seineszeichens beniner, kannte sich nicht aus, so kam es, dass ich am falschen ende des boulevard st.michel ausgesetzt wurde und die "kurze" strecke, in einer stunde zurück lief. leider hatten die einkaufsmöglichkeiten, die ich unterwegs erhoffte, zu, so dass mein laufen einfach gar keinen sinn hatte, ich aber gegen ende dann auch zu stur war, noch ein zem zu nehmen. bewegung ist schließlich gesund (mit sonnenbrand und wunden füßen).
wenn ich ein fazit ziehen würde, dann wohl dieses, dass ich nach drei monaten endlich mal in afrika war. ja, cotonou ist auch afrika, aber den teil, den ich davon sehe, kann man eben auch in einer europäischen großstadt finden. wenn ich nicht ab- und zu mal strom- und wasserausfall haben würde, würde ich es wahrscheinlich gänzlich vergessen. bis jetzt lebe ich ein priviligiertes, touristisches, abgehobenes leben, mit allem komfort den man so haben kann. im vergleich zu einigen kollegen und anderen yovos fühle ich mich immer noch wahnsinnig angepasst an die lokalen bedingungen, aber eigentlich ist das sehr scheinheilig. von lomé wieder auf den afrikanischen boden der tatsachen gebracht, kam mir dann in den sinn, dass ein großteil der afrikanischen bevölkerung noch unter viel "schlimmeren" bedingungen als die familie in lomé wohnt, denn die haben den vorteil eines eigen brunnens und somit zugang zu wasser. heute sitze ich dann wieder an meinem schreibtisch und mache mir gedanken, wie man die ländliche wasserversorgung in benin mit sozialwissenschaftlichen methoden erheben kann... dabei wird es dann kategorien wie "entfernung zur nächsten wasserquelle", "täglicher zeitaufwand fürs wasserholen" oder "art der quelle (wenn es keinen brunnen gibt, dann greift man eben auf ein marigot, eine natürliche quelle/teich/tümpel zurück)" geben... irgendwie eine andere welt, und irgendwie unvorstellbar, dass wir von unseren klimatisierten büros aus uns als experten geben...
Freitag, 22. Februar 2008
Von HipHoppern und anderen Idealisten
nach zwei tagen fachgruppensitzung, dezentralisierung und kommunale entwicklungsplaene auf franzoesisch - was fuer ein spass-, viel kaffee mit milchpulver, klimaanlage und unbequemen holzstuehlen sowie lautstarken diskussionen von seiten der kollegen, habe ich mir gestern abend eine kleine auszeit im ccf (centre culturel français) gegoennt. wobei gegoennt schon zu viel gesagt ist, ich war eh dort, weil ich seit wochen mal wieder bei meinem sprachkurs war und bin dann im anschluss gleich da geblieben. es wurde proudly presented ein hiphop-tanz-deluxe konzert auf einer art amphitheaterbuehne mit massig zuschauern. diese waren vor allem jung, stylish (gangsta, ey) und laut, was zum einen daran liegen mag, dass grade schulferien in benin sind und eben an der musik an sich (wobei ich den eindruck habe, dass das schon so DIE musik schlecht hin ist....). nach anfaenglichen orientierungsproblemen (handyakku leer und keiner da, der da sein wollte) wurde es dann doch ganz nett, als ich mit meinen neuen nachbarn (libanese und franzoesin, zufaellig getroffen) und marc, zufaellig gefunden, auf den plastikstuehlen (!! und die wollen party machen... indem sie ewig die stuhlreihen aufstellen) niederliess und dem bunten treiben folgte. neben einem unglaublich gutgelauntem moderator (was hatten sie dem blos gegeben?) traten unterschiedlichste gruppen auf. das ganze glich eher einer grossen schulveranstaltung, nach dem motto "jeder der mag, darf auch mal". am anfang gab es eine tanzgruppe der "cotonou dance school" die eine mischung aus breakdance und weiss-nicht-was zeigten, nicht perfekt aber schon ganz ordentlich. danach folgten lauter rappergruppen, die mal mit mehr oder weniger gutem playback ihr koennen zum besten gaben, darunter auch wieder auffallend junge leute, die sich zum teil vorher auf ateliers getroffen hatten und jetzt ihre ergebnisse zeigten. zwischendurch gab es dann auch mal recht professionel anmutende beitraege, die waren allerdings sehr kurz und hatten als einzigen inahlt "yo, wenn ihr mehr von uns sehen wollt, dann kommt am samstag zum palais de congress..." es scheint also am wochenende die veranstaltung mit den bekannteren groessen zu geben, die kommen sogar aus kamerun und dem senegal. was ich aber doch nachtraeglich ziemlich gut fand, war die eine gruppe, die auf ihrem atelier einen song gemacht hatte, der -zugegeben ziemlich schraeg vorgetragen- im refrain immer wiederholte "was sind meine rechte, ich muss das wissen..." der kleine hiphopper beschaeftigt sich mit seinen staatsbuergerlichen pflichten... eigentlich nicht doof, denn die mengen waren begeistert und konnten den text. die frage, wie schaffe ich es, die jugendlichen fuer politische themen zu sensibilisieren scheint auf einmal gar nicht mehr so schwer zu beantworten... zwar stelle ich es mir ein bisschen komisch vor, wenn ich jetzt versuche, dass dscrp oder die kommunalen entwicklungsplaene in einen rap umzuwandeln und das dann bei veranstaltungen vorzutragen... aber sich mit den jugendlichen bei solchen ateliers zusammen zusetzen und mit ihnen zu ueberlgen, wie man diese schwerfaelligen themen aufbereiten kann finde ich im grunde ziemlich gut.... yo, la pauvreté c'est pas ton destin... wir hoeren uns ;)
Donnerstag, 14. Februar 2008
Paludisme, sinusite maxillam et frontale
So zumindest die Diagnose von Dr. Akim aus der Klinik, in die ich letzten Samstag mal gegangen bin. Eigentlich ging es mir Freitag, also der Tag, wo wir in Aplahoué waren, schon nicht besonders, aber das habe ich mal auf das schwach gebratene Omlette mit dem leicht feuchten Brot geschoben... und da wir morgens drei Stunden mit geöffneten Fenstern über Land gefahren waren, fand ich meine Halsschmerzen auch nicht so verwunderlich... und als ich dann abends so ein kleines bisschen Fieber hatte, lag das für mich auch an dem stressigen tag...
leider wurde es dann aber auch samstag nicht besser und das fieber wechselte sich mit schüttelfrost ab und stieg auf über 39°...da haben wir dann mal in überlegt, in die klinik zu fahren, sicher ist sicher. und sicherheitshalber hat elisabeth dann auch gleich einen test gemacht, wenn man schonmal da ist, und siehe da, zwei stunden später hatten wir die ergebnisse und sie waren double-positiv... elisabeth hatte sogar noch mehr von diesen bösen plasmodien-dingern im blut als ich, dabei ging es mir eigentlich viel schlechter... der test ging eh ganz schnell, einmal finger piecksen, bisschen blut quetschen, dann eben wieder nach hause und zwei stunden später... es war mittlerweile 22h durch, wieder dahin... ich dachte mir, da ich so besch**** kopfschmerzen hatte, und das nicht alles auf die malaria schieben wollte, ich könnte mich ja, wenn ich eh schonmal da bin, auch eben durchchecken lassen... nach der obligatorischen wartezeit war ich dann also beim doktor, mit dem ich mithilfe meines wörterbuches kommunizierte... sehr nett, aber es hat wohl geklappt... er hat mir dann einen wust an medikamenten aufgeschrieben, die ich nun brav nehme, beziehungsweise genommen habe.... und so langsam geht es besser. außer natürlich, dass die antibiotika wieder irgendwelche nebenwirkungen haben, die ich dann bestimmt wieder mit anderen behandeln kann, bis ich total im eimer bin.
ja, also das zu meiner gesundheitlichen verfassung und dem grund, warum ich nicht so viel schreibe bzw. geschrieben habe... aber so viel spannendes ist eben auch nicht passiert, wenn man den ganzen tag medikamente in sich reinstopft und schläft und schwitzt... und unter einem die baustelle schlechthin tobt... jetzt haben sie angefangen, das bad in dieser whg hier auch aufzuschlagen, wenn man eben schon mal da ist, dann kann man das ja auch gleich mal machen...
ein paar worte zum ausflug aufs terrain, war ganz nett, aber ich glaube, es ist nicht angekommen, was hätte ankommen sollen... das muss besser werden... ich hoffe nur, dass ich nicht von jedem ausflug, den ich ins grüne mache, eine krankheit mitbringe... lariam nehme ich jetzt nicht mehr, also wenn noch jemand 6 tabletten braucht, ich hätte die durchaus noch über. ist sogar orginal qualität. hat nur nichts gebracht.
leider wurde es dann aber auch samstag nicht besser und das fieber wechselte sich mit schüttelfrost ab und stieg auf über 39°...da haben wir dann mal in überlegt, in die klinik zu fahren, sicher ist sicher. und sicherheitshalber hat elisabeth dann auch gleich einen test gemacht, wenn man schonmal da ist, und siehe da, zwei stunden später hatten wir die ergebnisse und sie waren double-positiv... elisabeth hatte sogar noch mehr von diesen bösen plasmodien-dingern im blut als ich, dabei ging es mir eigentlich viel schlechter... der test ging eh ganz schnell, einmal finger piecksen, bisschen blut quetschen, dann eben wieder nach hause und zwei stunden später... es war mittlerweile 22h durch, wieder dahin... ich dachte mir, da ich so besch**** kopfschmerzen hatte, und das nicht alles auf die malaria schieben wollte, ich könnte mich ja, wenn ich eh schonmal da bin, auch eben durchchecken lassen... nach der obligatorischen wartezeit war ich dann also beim doktor, mit dem ich mithilfe meines wörterbuches kommunizierte... sehr nett, aber es hat wohl geklappt... er hat mir dann einen wust an medikamenten aufgeschrieben, die ich nun brav nehme, beziehungsweise genommen habe.... und so langsam geht es besser. außer natürlich, dass die antibiotika wieder irgendwelche nebenwirkungen haben, die ich dann bestimmt wieder mit anderen behandeln kann, bis ich total im eimer bin.
ja, also das zu meiner gesundheitlichen verfassung und dem grund, warum ich nicht so viel schreibe bzw. geschrieben habe... aber so viel spannendes ist eben auch nicht passiert, wenn man den ganzen tag medikamente in sich reinstopft und schläft und schwitzt... und unter einem die baustelle schlechthin tobt... jetzt haben sie angefangen, das bad in dieser whg hier auch aufzuschlagen, wenn man eben schon mal da ist, dann kann man das ja auch gleich mal machen...
ein paar worte zum ausflug aufs terrain, war ganz nett, aber ich glaube, es ist nicht angekommen, was hätte ankommen sollen... das muss besser werden... ich hoffe nur, dass ich nicht von jedem ausflug, den ich ins grüne mache, eine krankheit mitbringe... lariam nehme ich jetzt nicht mehr, also wenn noch jemand 6 tabletten braucht, ich hätte die durchaus noch über. ist sogar orginal qualität. hat nur nichts gebracht.
Donnerstag, 31. Januar 2008
déménager
ich bin nicht mehr im gaestehaus, erste neuigkeit. allerdings auch noch nicht in einer eigenen wohnung. die erste wieder relativierende neuigkeit. dank drei verschiedenen Sitzungen von ded Togo/Benin ist das Gaestehaus total voll und ich bin zu elisabeth und freund gezogen, die seit gut zwei wochen in ihrer whg wohnen, und, das ist dann doch ne neuigkeit, unter denen eine whg frei wird, die ich aller wahrscheinlichkeit nach haben kann... leider ist das mit dem wann noch so eine imraumstehende frage, denn das appartment-haus gehoert dem ministerium, und behoerden-muehlen mahlen bekanntlich nicht besonders schnell... dazu kommt, dass es in der whg eine art wasserrohrbruch gegeben haben muss (die wand im bad und die des zimmers daneben sowie die whg unten drunter ist nass), den ich gerne vorher repariert haette. das muss das ministerium aber machen, denn die sind das auch schuld, da sie vor ein paar monaten das bad neu gemacht haben und dabei wohl ein bisschen zu heftig die wandaufgeschlagen haben... und das jetzt eben nochmal machen muessen.
das Haus steht in mitten eines riesigen gartens, in dem neben ganz viel muell auch pfaue, ein kaputter trabbi, kleine zottelige klaeffer und hohe palmen stehen. das quartier nennt sich "zone residentiell" und in der nachbarschaft ist die deutsche botschaft, die ded-chefin und viele andere villen hinter hohen mauern. das haus ist dahingehend eine ruehmliche ausnahme. es ist alt (hohe decken, seltsame leitungen ueberall, kaputte lampen... eben schoen alt), von aussen pink, von innen vanille, jede whg hat einen tollen balkon (mit das tollste), wandschraenke (die erfindung schlecht hin), eine grosse kueche und und und... ich bin eigentlich bis auf das wasser in der wand hell auf begeistert... habe in dieser begeisterung auch gleich mal von der jetzigen bewohnerin (zieht heute aus) den kuehlschrank, wasserfilter und terassenmoebilierung gekauft, in der hoffnung, dass ich bald dort einziehen kann. zwar ist es bei elisabeth sehr schoen, ist ja auch die gleiche whg nur eine etage hoeher, aber ist eben ein bisschen eng fuer drei, vor allem, wenn ich meinen so langsam entstehenden hausstand mit unter bringen will...
seit zwei tagen gibt es auch kein wasser, was aber nicht schlimm ist, da es eimer gibt, und das wasser nur in der whg nicht geht... und zwar, weil die pumpe kaputt sein soll, die das wasser hochpumpt, komisch nur, dass sie nicht mehr geht, seitdem der handwerker da war, um sie zu warten...und jetzt soll eine neue her, fuer 175 000, auch komisch.
bis auf weiteres schlafe ich also in meinem moskitozelt im durchgangszimmer und hoffe auf baldige situationsaenderung... ansonsten ziehe ich doch noch fuer ein paar wochen an den strand, da ist noch ein nettes zimmer frei...
meine erste konferenz erfahrung habe ich auch mehr oder eher weniger erfolgreich hinter mich gebracht. wenn es mehr erfolgreich gewesen waere, dann wuerde ich jetzt nicht diesen eintrag schreiben sondern wieder in dem voll-klimatisierten saal sitzen und andaechtig lauschen aber nichts verstehen.... gestern waren martin, mein kollege, und ich da, fein herausgeputzt, die einzigen yovos bei einer konferenz zum thema "control citoyen" mit vertretern 13 west- und zentralafrikanischer Staaten (senegal,mauretanien, mali, burkina, niger, côte d'ivoire, togo, benin, kamerun, drc, congo-brazaville, rwanda und burundi) und ner handvoll beninischer offizieller.... leider hatte ich den ersten tag verpasst, da ich auf der rueckreise war, und am mittwoch sind wir dann gleich mal ein bisschen zu spaet gekommen (dabei dachte ich, es herrscht die african time...). es gab eine flut von powerpoint, ziemlich schlecht, und es wurde dann nur vorgelesen, was auf den folien stand.... kurioser waren allerdings die spontanen sing-einlagen der teilnehmer, das konterfei eines 56 jaehrigen geburtstagskindes auf den ausgeteilten wasserflaschen, die staendigen witzeleien (die ich nicht verstanden habe...), das ungenierte einschlafen der teilnehmer aus togo, mauretanien und drc, das staendige handygebimmel und das sofortige drangehen (oui, allô? je suis dans une réunion....), die vor dem konferenzsaal aufgelaufenen fliegenden haendler mit gebrannten dvds, klamotten und prepaid-karten, die bei vielen reissenden absatz fanden sowie die tatsache, dass wir staendig aus allen richtungen fotographiert wurden und diese fotos dann draussen zum verkauf auf einem tisch lagen.... es hatte ganz leicht den nachgeschmack einer verkaufsveranstaltung.
nun ja, die begeisterung fuer all das neue hielt nicht wirklich an, wir sind dann mal ziemlich zuegig wieder gegangen, haben vor dem mittagessen noch eine giftige schlange enthauptet (aehm, die war an der wand von martins haus, und da wir alle nicht wussten, was man mit der jetzt macht, haben wir hilfe geholt, und die hilfe hat sich dann nochmal hilfe geholt und dann haben sie dem gruenen ding auf den kopf geschlagen, bis der matsch war und dann musste martin diesen kopf vor dem garten tor noch mit der heckenschere abschneiden.... danach gab es dann lekker buletten) und am nachmittag der buero-arbeit gefroent. also er... ich nicht wirklich ;)
aber naechste woche geht es wirklich los, da soll ich zusammen mit martin und elisabeth und didier (ProDOSC Sud, Demokratiefoerderung) aufs "terrain", ein dorf in der naehe der togoischen grenze, noerdlich von lokossa, um dort eine art tag der offenen tuer zu organiseren, wo die beiden programme (ProDosc und SCRP-Suivi) vorgestellt werden sollen, damit sich mehr foerderungswillige ongs finden lassen. eigentlich ist die idee des ded, dass organisationen beim ded anfragen, ob man sie nicht bei einem vorhaben unterstuetzen will, dann wird das geprueft und dann wird, mit eigenanteil der ongs, unterstuetzt. leider koennen die ongs auf dem land ja nicht riechen, dass es den ded gibt und der auch noch programme hat, mit denen er sie foerdern wuerde, wenn sie es denn nur wuessten, so dass sich so langsam die idee verbreitet, man koenne ja ein bisschen werbung machen, anstatt zu warten, dass die ongs kommen...
ich bin mal sehr gespannt, da ich bei der hier ansaessigen donor-vielfalt eigentlich davon ausgehe, dass die ongs waehlen koennen, wer ihnen das beste angebot macht, ergo das "leistungspaket" des ded, der ja eigentlich kein geld sondern nur expertise geben will, gut geschnuert sein muss, sonst fragen die ongs gar nicht erst weiter nach... das faengt damit an, dass es bei so einem "atelier"=workshop=infotag aufjedenfall was zu essen und trinken geben muss, sonst kommen deutlich weniger leute...
das Haus steht in mitten eines riesigen gartens, in dem neben ganz viel muell auch pfaue, ein kaputter trabbi, kleine zottelige klaeffer und hohe palmen stehen. das quartier nennt sich "zone residentiell" und in der nachbarschaft ist die deutsche botschaft, die ded-chefin und viele andere villen hinter hohen mauern. das haus ist dahingehend eine ruehmliche ausnahme. es ist alt (hohe decken, seltsame leitungen ueberall, kaputte lampen... eben schoen alt), von aussen pink, von innen vanille, jede whg hat einen tollen balkon (mit das tollste), wandschraenke (die erfindung schlecht hin), eine grosse kueche und und und... ich bin eigentlich bis auf das wasser in der wand hell auf begeistert... habe in dieser begeisterung auch gleich mal von der jetzigen bewohnerin (zieht heute aus) den kuehlschrank, wasserfilter und terassenmoebilierung gekauft, in der hoffnung, dass ich bald dort einziehen kann. zwar ist es bei elisabeth sehr schoen, ist ja auch die gleiche whg nur eine etage hoeher, aber ist eben ein bisschen eng fuer drei, vor allem, wenn ich meinen so langsam entstehenden hausstand mit unter bringen will...
seit zwei tagen gibt es auch kein wasser, was aber nicht schlimm ist, da es eimer gibt, und das wasser nur in der whg nicht geht... und zwar, weil die pumpe kaputt sein soll, die das wasser hochpumpt, komisch nur, dass sie nicht mehr geht, seitdem der handwerker da war, um sie zu warten...und jetzt soll eine neue her, fuer 175 000, auch komisch.
bis auf weiteres schlafe ich also in meinem moskitozelt im durchgangszimmer und hoffe auf baldige situationsaenderung... ansonsten ziehe ich doch noch fuer ein paar wochen an den strand, da ist noch ein nettes zimmer frei...
meine erste konferenz erfahrung habe ich auch mehr oder eher weniger erfolgreich hinter mich gebracht. wenn es mehr erfolgreich gewesen waere, dann wuerde ich jetzt nicht diesen eintrag schreiben sondern wieder in dem voll-klimatisierten saal sitzen und andaechtig lauschen aber nichts verstehen.... gestern waren martin, mein kollege, und ich da, fein herausgeputzt, die einzigen yovos bei einer konferenz zum thema "control citoyen" mit vertretern 13 west- und zentralafrikanischer Staaten (senegal,mauretanien, mali, burkina, niger, côte d'ivoire, togo, benin, kamerun, drc, congo-brazaville, rwanda und burundi) und ner handvoll beninischer offizieller.... leider hatte ich den ersten tag verpasst, da ich auf der rueckreise war, und am mittwoch sind wir dann gleich mal ein bisschen zu spaet gekommen (dabei dachte ich, es herrscht die african time...). es gab eine flut von powerpoint, ziemlich schlecht, und es wurde dann nur vorgelesen, was auf den folien stand.... kurioser waren allerdings die spontanen sing-einlagen der teilnehmer, das konterfei eines 56 jaehrigen geburtstagskindes auf den ausgeteilten wasserflaschen, die staendigen witzeleien (die ich nicht verstanden habe...), das ungenierte einschlafen der teilnehmer aus togo, mauretanien und drc, das staendige handygebimmel und das sofortige drangehen (oui, allô? je suis dans une réunion....), die vor dem konferenzsaal aufgelaufenen fliegenden haendler mit gebrannten dvds, klamotten und prepaid-karten, die bei vielen reissenden absatz fanden sowie die tatsache, dass wir staendig aus allen richtungen fotographiert wurden und diese fotos dann draussen zum verkauf auf einem tisch lagen.... es hatte ganz leicht den nachgeschmack einer verkaufsveranstaltung.
nun ja, die begeisterung fuer all das neue hielt nicht wirklich an, wir sind dann mal ziemlich zuegig wieder gegangen, haben vor dem mittagessen noch eine giftige schlange enthauptet (aehm, die war an der wand von martins haus, und da wir alle nicht wussten, was man mit der jetzt macht, haben wir hilfe geholt, und die hilfe hat sich dann nochmal hilfe geholt und dann haben sie dem gruenen ding auf den kopf geschlagen, bis der matsch war und dann musste martin diesen kopf vor dem garten tor noch mit der heckenschere abschneiden.... danach gab es dann lekker buletten) und am nachmittag der buero-arbeit gefroent. also er... ich nicht wirklich ;)
aber naechste woche geht es wirklich los, da soll ich zusammen mit martin und elisabeth und didier (ProDOSC Sud, Demokratiefoerderung) aufs "terrain", ein dorf in der naehe der togoischen grenze, noerdlich von lokossa, um dort eine art tag der offenen tuer zu organiseren, wo die beiden programme (ProDosc und SCRP-Suivi) vorgestellt werden sollen, damit sich mehr foerderungswillige ongs finden lassen. eigentlich ist die idee des ded, dass organisationen beim ded anfragen, ob man sie nicht bei einem vorhaben unterstuetzen will, dann wird das geprueft und dann wird, mit eigenanteil der ongs, unterstuetzt. leider koennen die ongs auf dem land ja nicht riechen, dass es den ded gibt und der auch noch programme hat, mit denen er sie foerdern wuerde, wenn sie es denn nur wuessten, so dass sich so langsam die idee verbreitet, man koenne ja ein bisschen werbung machen, anstatt zu warten, dass die ongs kommen...
ich bin mal sehr gespannt, da ich bei der hier ansaessigen donor-vielfalt eigentlich davon ausgehe, dass die ongs waehlen koennen, wer ihnen das beste angebot macht, ergo das "leistungspaket" des ded, der ja eigentlich kein geld sondern nur expertise geben will, gut geschnuert sein muss, sonst fragen die ongs gar nicht erst weiter nach... das faengt damit an, dass es bei so einem "atelier"=workshop=infotag aufjedenfall was zu essen und trinken geben muss, sonst kommen deutlich weniger leute...
Freitag, 25. Januar 2008
auf reisen...
... gewesen, muss es leider heissen, denn ich bin schon wieder zurueck in den cotonouer staub-abgas-dreck. Samstag bis Dienstag haben wir, dass heisst meine Vorbereitungsgruppe Elisabeth, Arnaud, Marc (+Hund) und ich, eine kleine verordnete Dienstreise nach Parakou (bis Montag mittag) und dann zurueck ueber Abomey/Bohicon, gemacht.
Kurzgesagt: es war toll. Vor allem deshalb, weil man einfach mal rausgekommen ist und was gesehen hat! Es gibt leider tatsaechlich auch im Rest von Benin grad ziemlich viel staub, aber ausserhalb von cotonou dann auch mal blauen himmel... Die Fahrt nach Parakou meisterten wir in 9 Stunden, zu fuenft plus hund in meinem fussbereich. Dank mehrerer Pausen an kleinen Buvettes, die irgendwie doch auch alle nur den gleichen Pat, Piment und Reis hatten, sowie lauter musik und offenen Fenstern war es eine witzige fahrt, die auch irgendwo auf einer landstrasse in europa haette sein koennen. die strassenverhaeltnisse sind ab bohicon, was allein die qualitaet der strasse angeht, bestens. es gab auch wieder die obligatorisch erscheinende mautstation. was allerdings die fahrweise der beniner, und vor allem der yovos in den grossen autos mit den getoenten scheiben, angeht, kann man durchaus von katastrophal sprechen. es wird gedraengelt, ueberholt, gebremst, wie man will und das bei einem hohen verkehrsaufkommen mit besonders vielen LKWs, die um mindestens das doppelte ihrer normalen hoehe mit baumwolle, kohle oder anderen im norden zu bekommenden guetern beladen sind. dazwischen rasen dann noch reisebusse, die entweder von cotonou nach niamey oder umgekehrt fahren, an einem vorbei, obwohl man selber bergan (!) 120km/h faehrt... und dann wundert man sich auch eigentlich nicht, dass in besonders tollen kurven, senken, steigungen, links und rechts der strasse ausgebrannte oder umgekippte LKWs, Busse und PKWs liegen.
Nun gut, wir haben es, dank moderater Fahrweise geschafft, heile nach Parakou zu kommen. Dort sind wir bei einer Kollegin, die grad nicht da war, untergekommen. Gleich vorweg, Parakou ist eine tolle Stadt. Leider habe ich im laufe der letzten Wochen gemerkt, dass viele Staedte, im Vergleich zu Cotonou, toll sind. Es ist weitlaeufig, huegelig, blau-himmelig und freundlich. mit gut 150 000 Einwohnern auch einfach viel kleiner als Cotonou, aber eben genau richtig. man bekommt alles, was man auch in cotonou bekommt, es gibt einen echt tollen markt und wenn man will, ist man in 10 minuten in der natur. das haben wir am sonntag auch gemacht, sind zu einem kloster in der naehe gefahren und da ein paar stunden spazieren gegangen... seit langem mal wieder idyllische ruhe. die klosterschwestern sind nicht untaetig, sie haben einen kleinen kloster-shop in dem man saefte, crems, marmeladen, buecher, yoghurt, kerzen... aus eigenem anbau kaufen kann. sehr genial, ananas-papaya-mango saft... und guaven-marmelade...
abends waren wir dann in einem restaurant, das frueher mal das haus eines Entwicklungshelfers und das DED-Gaestehaus gewesen ist... ein riesiges mehrstoeckiges gruen-weiss-gestrichenes Baumhaus!! irgendwie waren die EHler in den siebzigern mir symphatischer...
Am montag haben wir uns vormittags das Buero in Parakou angeschaut und gegen Mittag sind wir dann nach Bohicon aufgebrochen... der Rueckweg wurde eine einzige Einkaufstour, da im Norden irgendwie alles guenstiger ist als im Sueden, also zenn man einheimische Produkte haben moechte, die nicht ueber den Hafen aus Europa kommen. So war das Auto dann vollgepackt mit Kisten aus dem Klostershop, Peul-Kaese (der Kaese ersatz schlecht hin), einem hqlben Ananas-Feld, Papaya, Tapioka (soll man mit Pudding machen koennen, ich werde es testen), Tomaten, Bananen, Kokosnuesen, Erdnuessen, cashewnuessen, mini-maniok-stampfern.... unser wagen sah nicht viel anders aus als die autos, die sonst richtung sueden fahren... und war auch leider so voll, das wir regelmeassig auf bordsteinen und anderen strassenbegrenzungen aufsetzten,; wenn wir diese zu ueberqueren versuchten...
abomey, wo wir gewohnt haben, und bohicon, wo ein weiteres ded-buero ist, liegen gqnz dicht beieinander, gut 200 km entfernt von Cotonou Richtung Nord-westen. Abomey war die Hauptstadt des ehemaligen Koenigreiches Dahomey und ist voll von alten Palaesten, Tempeln, "historical sites" eben. Leider waren wir von der Fahrt alle ein bisschen verkatert, weshalb wir uns nicht total ins kulturelle Leben geschmissen haben (es aber einandermal sicher nochmal machen werden). Nach der Ankunft am Montag abend, sind die beiden Jungs krank im Haus von Morvan, dem ansaessigen EHler, geblieben, waehrend Elisabeth, Morvan, Hund und ich uns in ein uriges Restaurant begeben haben, und das zu fuss. ich war noch nachtraeglich total begeistert, dass man im dunkeln durch verlassene feldwege gehen kann ohne auch nur den anflug von angst zu haben. tja, wieder ein nullpunkt fuer cotonou. dieses restaurant hat einen riesigen garten in dem riesige baeume stehen und ueberall verstreut kleine paillottes (gartenhuetten mit strohdach, an den seiten offen), wo man auf alten sofas seine getraenke/essen dann einnimmt. im hinteren bereich residiert eine alte beninerin, monique, der das alles gehoert und die nicht nur ueberall tiere hat, sondern auch noch kunsthandwerk im garten und auf ihrer terasse verteilt. darunter geschnitzte holzstuehle, deren lehne bestimmt 2,50m lang ist... kurios.
die beiden staedte, ich fasse mal verallgemeindernd zusammen, waren echt nett, beschaulich, entspannt.... und auch hier gilt wieder, man bekommt genau das, was man auch in cotonou bekommt, nur nicht in hundertfacher ausfuehrung...
nachdem wir uns dienstag frueh das buero angeschaut haben, ging es auch schon wieder richtung cotonou. mit diversen zwischenstopps waren wir nach fuenf stunden dann auch da... die strecke universitaet calavi - cotonou, luftlinie 25km, hat einfach immer stau und laesst einen da gerne schonmal ne stunde oder mehr stehen/fahren.
warum wir allerdings nicht noch weiter in den norden fahren durften, ist uns ein viel-diskutiertes raetsel, denn wenn man eh schon die strecke bis parakou gemacht hat, ist es auch nicht mehr arg weit nach natitingou und dem nationalpark... besonders, wenn man ueberlegt, dass wir eigentlich den rest der angebrochenen woche frei haben und so inklusive wochenende haetten reisen koennen... aber das geht natuerlich nicht, wir haetten ja, oh nein, spass haben koennen....
Kurzgesagt: es war toll. Vor allem deshalb, weil man einfach mal rausgekommen ist und was gesehen hat! Es gibt leider tatsaechlich auch im Rest von Benin grad ziemlich viel staub, aber ausserhalb von cotonou dann auch mal blauen himmel... Die Fahrt nach Parakou meisterten wir in 9 Stunden, zu fuenft plus hund in meinem fussbereich. Dank mehrerer Pausen an kleinen Buvettes, die irgendwie doch auch alle nur den gleichen Pat, Piment und Reis hatten, sowie lauter musik und offenen Fenstern war es eine witzige fahrt, die auch irgendwo auf einer landstrasse in europa haette sein koennen. die strassenverhaeltnisse sind ab bohicon, was allein die qualitaet der strasse angeht, bestens. es gab auch wieder die obligatorisch erscheinende mautstation. was allerdings die fahrweise der beniner, und vor allem der yovos in den grossen autos mit den getoenten scheiben, angeht, kann man durchaus von katastrophal sprechen. es wird gedraengelt, ueberholt, gebremst, wie man will und das bei einem hohen verkehrsaufkommen mit besonders vielen LKWs, die um mindestens das doppelte ihrer normalen hoehe mit baumwolle, kohle oder anderen im norden zu bekommenden guetern beladen sind. dazwischen rasen dann noch reisebusse, die entweder von cotonou nach niamey oder umgekehrt fahren, an einem vorbei, obwohl man selber bergan (!) 120km/h faehrt... und dann wundert man sich auch eigentlich nicht, dass in besonders tollen kurven, senken, steigungen, links und rechts der strasse ausgebrannte oder umgekippte LKWs, Busse und PKWs liegen.
Nun gut, wir haben es, dank moderater Fahrweise geschafft, heile nach Parakou zu kommen. Dort sind wir bei einer Kollegin, die grad nicht da war, untergekommen. Gleich vorweg, Parakou ist eine tolle Stadt. Leider habe ich im laufe der letzten Wochen gemerkt, dass viele Staedte, im Vergleich zu Cotonou, toll sind. Es ist weitlaeufig, huegelig, blau-himmelig und freundlich. mit gut 150 000 Einwohnern auch einfach viel kleiner als Cotonou, aber eben genau richtig. man bekommt alles, was man auch in cotonou bekommt, es gibt einen echt tollen markt und wenn man will, ist man in 10 minuten in der natur. das haben wir am sonntag auch gemacht, sind zu einem kloster in der naehe gefahren und da ein paar stunden spazieren gegangen... seit langem mal wieder idyllische ruhe. die klosterschwestern sind nicht untaetig, sie haben einen kleinen kloster-shop in dem man saefte, crems, marmeladen, buecher, yoghurt, kerzen... aus eigenem anbau kaufen kann. sehr genial, ananas-papaya-mango saft... und guaven-marmelade...
abends waren wir dann in einem restaurant, das frueher mal das haus eines Entwicklungshelfers und das DED-Gaestehaus gewesen ist... ein riesiges mehrstoeckiges gruen-weiss-gestrichenes Baumhaus!! irgendwie waren die EHler in den siebzigern mir symphatischer...
Am montag haben wir uns vormittags das Buero in Parakou angeschaut und gegen Mittag sind wir dann nach Bohicon aufgebrochen... der Rueckweg wurde eine einzige Einkaufstour, da im Norden irgendwie alles guenstiger ist als im Sueden, also zenn man einheimische Produkte haben moechte, die nicht ueber den Hafen aus Europa kommen. So war das Auto dann vollgepackt mit Kisten aus dem Klostershop, Peul-Kaese (der Kaese ersatz schlecht hin), einem hqlben Ananas-Feld, Papaya, Tapioka (soll man mit Pudding machen koennen, ich werde es testen), Tomaten, Bananen, Kokosnuesen, Erdnuessen, cashewnuessen, mini-maniok-stampfern.... unser wagen sah nicht viel anders aus als die autos, die sonst richtung sueden fahren... und war auch leider so voll, das wir regelmeassig auf bordsteinen und anderen strassenbegrenzungen aufsetzten,; wenn wir diese zu ueberqueren versuchten...
abomey, wo wir gewohnt haben, und bohicon, wo ein weiteres ded-buero ist, liegen gqnz dicht beieinander, gut 200 km entfernt von Cotonou Richtung Nord-westen. Abomey war die Hauptstadt des ehemaligen Koenigreiches Dahomey und ist voll von alten Palaesten, Tempeln, "historical sites" eben. Leider waren wir von der Fahrt alle ein bisschen verkatert, weshalb wir uns nicht total ins kulturelle Leben geschmissen haben (es aber einandermal sicher nochmal machen werden). Nach der Ankunft am Montag abend, sind die beiden Jungs krank im Haus von Morvan, dem ansaessigen EHler, geblieben, waehrend Elisabeth, Morvan, Hund und ich uns in ein uriges Restaurant begeben haben, und das zu fuss. ich war noch nachtraeglich total begeistert, dass man im dunkeln durch verlassene feldwege gehen kann ohne auch nur den anflug von angst zu haben. tja, wieder ein nullpunkt fuer cotonou. dieses restaurant hat einen riesigen garten in dem riesige baeume stehen und ueberall verstreut kleine paillottes (gartenhuetten mit strohdach, an den seiten offen), wo man auf alten sofas seine getraenke/essen dann einnimmt. im hinteren bereich residiert eine alte beninerin, monique, der das alles gehoert und die nicht nur ueberall tiere hat, sondern auch noch kunsthandwerk im garten und auf ihrer terasse verteilt. darunter geschnitzte holzstuehle, deren lehne bestimmt 2,50m lang ist... kurios.
die beiden staedte, ich fasse mal verallgemeindernd zusammen, waren echt nett, beschaulich, entspannt.... und auch hier gilt wieder, man bekommt genau das, was man auch in cotonou bekommt, nur nicht in hundertfacher ausfuehrung...
nachdem wir uns dienstag frueh das buero angeschaut haben, ging es auch schon wieder richtung cotonou. mit diversen zwischenstopps waren wir nach fuenf stunden dann auch da... die strecke universitaet calavi - cotonou, luftlinie 25km, hat einfach immer stau und laesst einen da gerne schonmal ne stunde oder mehr stehen/fahren.
warum wir allerdings nicht noch weiter in den norden fahren durften, ist uns ein viel-diskutiertes raetsel, denn wenn man eh schon die strecke bis parakou gemacht hat, ist es auch nicht mehr arg weit nach natitingou und dem nationalpark... besonders, wenn man ueberlegt, dass wir eigentlich den rest der angebrochenen woche frei haben und so inklusive wochenende haetten reisen koennen... aber das geht natuerlich nicht, wir haetten ja, oh nein, spass haben koennen....
Freitag, 18. Januar 2008
Alles Voodoo oder was?
In dem Land, in dem die Wiege des Voodoo stehen soll (habe ich noch nicht gesehen), und an die 90% der Bevoelkerung sich irgendwie dem Voodoo zugehoerig fuehlen, gibt es einen eingetragenen Voodoo - Staatsfeiertag (welcher, man munkelt, von dem vorherigen Praesidenten eingetragen wurde, um sein Wahlergebniss zu verbessern, was aber dann nicht geklappt hat, und welcher vom jetzigen Praesidenten aus aehnlichen Gruenden nicht mehr abgeschafft werden kann....)...
Wie dem auch sei, am diesjaehrigen 10. Januar trafen sich -entgegen erster Fehlinformationen- in Porto Novo (und nicht Ouidah) gut mehrere Tausend Menschen, darunter auch der Praesident, Minister, Wuerdentraeger (habe ich a) nicht gesehen oder b) nicht erkannt) und ganz viel Volk (oft in tatsaechlich vermuteter bunter maskerade) sowie eine ueberschaubare anzahl yovos (junge amerikaner (peace corps??) in traditioneller beninischer kleidung und einer wahnsinns film- und foto ausruestung; viele aeltere unmoeglich angezogene frauen und unsere illustre ViP-Gruppe im Schlepptau von Therese Isseki, einer Journalistin, die fuer eine pan-afrikanische presseagentur mit sitz in dakar arbeitet und unsere landeskunde-lehrerin fuer die ersten tage war)...
Auf einem Areal von bestimmt 3 Fussballplaetzen waren grosse Teile mit Pavillions bedeckt, unter denen auf Plastikstuehlen die ca. 20 angereisten Koenigsfamilien sassen. Praktischer weise hatten sie sich alle gleich oder zumindest aehnlich angezogen, bzw. sassen eh gesammelt um ihr heiligtum herum.... jede Familie hat naemlich seine eigene kleine gottheit mitgebracht (in holz, kann man sich wie eine marien-statue vorstellen, nur eben in afrikanisch), die ganz am ende-will ja nichts vorwegnehmen- in einer prozzession durch das Gelaende getragen wurde.
Durch dieses ziemlich chaotisch anmutende Getuemmel, jeder schien seine eigene Party zu machen und bracht sich schon morgens um 11 dank spiritueller Kraefte oder Sodabi in einen Trance-aehnlichen Zustand, bahnten wir uns unseren Weg und fanden irgendwann dankbar ein paar unbesetzte plastikstuehle, von denen aus wir das treiben beobachteten, wasser aus plastiktueten tranken, getrocknetes obst aus plasticktueten probierten und uns gedanken ueber plastikindustrie machten... (wenn Bénin Plastik selber herstellen wuerde, waere es reich, zumindest gemessen an dem Plastik, dass schon in Bénin kursiert... leider kommt aber alles aus China oder Nigeria...)
Die Festivitaeten wollten kein Ende nehmen, zumindest hatte es den anschein, denn die ansagen in den megaphonen konnte ich nicht verstehen, so wie wahrscheinlich jeder, da der laermpegel saemtliche unterhaltung unmoeglich machte. Nach gut 3 Stunden nach Beginn gab es dann eine Parade, in der alle Familien mit ihrem Heiligtum und ihren Masken (kann es net beschreiben, muss mal ein foto suchen... sieht irre komisch aus und waere der traum eines jeden karnevalisten, herje, was bin ich kultursensibel...) an den Tribuenen der Wuerdentraeger vorbeischritten/tanzten/sangen...
Ziemlich ploetzlich loeste sich der ganz spuk auf und alles stroemte in Richtung Parkplatz, wenn er mit dem Auto gekommen war, oder setzte sich zu fuss in bewegung.... so schoben sich dann die Koenige in ihren alten, staubigen mercedes durch die massen des fussvolks... ein schoenes bild...
alles in allem erinnerte mich die veranstaltung an ein riesiges volksfest, ueberall gab es essen und trinken, die leute tanzten und sangen, man sah und wurde gesehen, musste nicht arbeiten und hatte einfach einen heiden spass.... in wiefern das noch mit dem traditionellen Voodoo-Festen zu vergleichen ist, weiss ich nicht.... aber ich denke, dass die kleineren feste, die an diesem tag ueberall im land waren, vielleicht ein bisschen schoener und urspruenglicher gewesen sind... Porto Novo war auch Benin, so wie es eben heute sein moechte... ein bisschen moderne kann man da wohl nicht verbieten ;)
Wie dem auch sei, am diesjaehrigen 10. Januar trafen sich -entgegen erster Fehlinformationen- in Porto Novo (und nicht Ouidah) gut mehrere Tausend Menschen, darunter auch der Praesident, Minister, Wuerdentraeger (habe ich a) nicht gesehen oder b) nicht erkannt) und ganz viel Volk (oft in tatsaechlich vermuteter bunter maskerade) sowie eine ueberschaubare anzahl yovos (junge amerikaner (peace corps??) in traditioneller beninischer kleidung und einer wahnsinns film- und foto ausruestung; viele aeltere unmoeglich angezogene frauen und unsere illustre ViP-Gruppe im Schlepptau von Therese Isseki, einer Journalistin, die fuer eine pan-afrikanische presseagentur mit sitz in dakar arbeitet und unsere landeskunde-lehrerin fuer die ersten tage war)...
Auf einem Areal von bestimmt 3 Fussballplaetzen waren grosse Teile mit Pavillions bedeckt, unter denen auf Plastikstuehlen die ca. 20 angereisten Koenigsfamilien sassen. Praktischer weise hatten sie sich alle gleich oder zumindest aehnlich angezogen, bzw. sassen eh gesammelt um ihr heiligtum herum.... jede Familie hat naemlich seine eigene kleine gottheit mitgebracht (in holz, kann man sich wie eine marien-statue vorstellen, nur eben in afrikanisch), die ganz am ende-will ja nichts vorwegnehmen- in einer prozzession durch das Gelaende getragen wurde.
Durch dieses ziemlich chaotisch anmutende Getuemmel, jeder schien seine eigene Party zu machen und bracht sich schon morgens um 11 dank spiritueller Kraefte oder Sodabi in einen Trance-aehnlichen Zustand, bahnten wir uns unseren Weg und fanden irgendwann dankbar ein paar unbesetzte plastikstuehle, von denen aus wir das treiben beobachteten, wasser aus plastiktueten tranken, getrocknetes obst aus plasticktueten probierten und uns gedanken ueber plastikindustrie machten... (wenn Bénin Plastik selber herstellen wuerde, waere es reich, zumindest gemessen an dem Plastik, dass schon in Bénin kursiert... leider kommt aber alles aus China oder Nigeria...)
Die Festivitaeten wollten kein Ende nehmen, zumindest hatte es den anschein, denn die ansagen in den megaphonen konnte ich nicht verstehen, so wie wahrscheinlich jeder, da der laermpegel saemtliche unterhaltung unmoeglich machte. Nach gut 3 Stunden nach Beginn gab es dann eine Parade, in der alle Familien mit ihrem Heiligtum und ihren Masken (kann es net beschreiben, muss mal ein foto suchen... sieht irre komisch aus und waere der traum eines jeden karnevalisten, herje, was bin ich kultursensibel...) an den Tribuenen der Wuerdentraeger vorbeischritten/tanzten/sangen...
Ziemlich ploetzlich loeste sich der ganz spuk auf und alles stroemte in Richtung Parkplatz, wenn er mit dem Auto gekommen war, oder setzte sich zu fuss in bewegung.... so schoben sich dann die Koenige in ihren alten, staubigen mercedes durch die massen des fussvolks... ein schoenes bild...
alles in allem erinnerte mich die veranstaltung an ein riesiges volksfest, ueberall gab es essen und trinken, die leute tanzten und sangen, man sah und wurde gesehen, musste nicht arbeiten und hatte einfach einen heiden spass.... in wiefern das noch mit dem traditionellen Voodoo-Festen zu vergleichen ist, weiss ich nicht.... aber ich denke, dass die kleineren feste, die an diesem tag ueberall im land waren, vielleicht ein bisschen schoener und urspruenglicher gewesen sind... Porto Novo war auch Benin, so wie es eben heute sein moechte... ein bisschen moderne kann man da wohl nicht verbieten ;)
Dienstag, 8. Januar 2008
Bonne Année...
Hallo zusammen,
ich wünsche euch allen, ein kleines bisschen verspätet, ein gutes und erfolgreiches Jahr 2008! Dank einer klitzekleinen Arbeitsflaute habe ich seit weihnachten zwei sehr schöne und entspannte Wochen verbracht, in denen ich Cotonou und auch ein bisschen das, was in der näheren Umgebung ist, erkundet habe. Die Durchschnittstemperaturen haben sich nicht wirklich verändert, allerdings könnte man behaupten, es ist ein bisschen frisch geworden... zumindest morgens. und dem staub, der sich einfach überall niederlässt, nach zu urteilen, ist hier tatsächlich der harmattan (wind, der aus der sahara kommt und für viele wolken, kopfschmerzen und eben staub, verantwortlich ist) angekommen, was gleichzeitig die "kälteste" jahreszeit einläutet... nebenbei, die klima in diesem büro läuft auf 26° und ich habe kalte füsse...
Die Ausmasse der Stadt habe ich noch nicht wirklich erfasst, sie wuchert an allen Ecken und Enden, es gibt eigentlich kein wirkliches Stadtzentrum, nur bestimmte Strassen, die bestimmte Läden haben, aber auch hier ohne einleuchtendes System (Rue de Libanaise= Strasse mit Geschäften von Libanesen= Geschäfte mit Stoffen)... möglicherweise ist aber auch mir das System einfach noch nicht aufgefallen. Bei den ersten Fahrten mit Kollegen konnte ich mir einfach gar nichts merken, plötzlich hatten sich die Himmelsrichtungen aufgelöst (weil keine mir ersichtlichen Orientierungspunkte, und Sonne hinter Wolken) und eigentlich sah jede Kreuzung gleich aus... dann haben wir aber in den letzten Wochen angefangen, die Stadt ein bisschen zu Fuss zu erkunden, was eine der besten Ideen war.
Auf einer dieser Wanderungen sind wir zum Dantopka Markt (angeblich grösster Markt Westafrikas) gelangt, der leider dahingehend eine Enttäuschng war, dass es dort alles gibt, was es auch auf sehr viel kleineren Märkten gibt. Auf unserer Jagd nach Isolierpötten (soll es günstiger in Cotonou geben, weil der China-Plastik-Kram gleich am Hafen ankommt, anstatt noch nach Norden transportiert zu werden) und Handtüchern (wieso gibt es Tausende von Stoffläden aber keine Handtücher???) irrten wir gefühlte Stunden durch die Nachmittagshitze und -Schwühle der kleinen Gassen, die von grossen Handkarren, Mopeds, Kindern, Kunden und vor allem VerkäuferInnen (die in einer Schüssel auf ihrem Kopf die Warenvielfalt der einzelnen Shops hatten) bevölkert waren. Ich glaube, man kann da eigentlich alles bekommen, wenn man nur weiss wo. Irgendwann waren wir in der Mitte des Marktes angekommen, wo ein grosses Gebäude ist, in dem es auf drei Etagen wiederum Stoffe, Schmuck und vor allem schrecklich hässliche Plastik-Handtaschen, gibt. Gott-sei-dank war der Ausgang schneller gefunden als der Eingang, und man fand sich in der "lebensmittel"-abteilung wieder. In der Nähe der Lagune gelegen, türmten sich auf diesen Ständen vor allem Fische und anderes riechendes und scheinbar schnell verderbliches auf... und so stolperten wir weiter, diesmal irgendwie richtung nordwesten, in dem versuch, den markt zu durchqueren und einen wirklichen ausgang zu finden... vorbei an kanälen, in denen vielleicht in der regenzeit wasser zur lagune fliesst, jetzt aber leider nur ein schwarzer schmodder steht, unzähligen weiteren Ständen, Menschen, Karren... irgendwie sind wir da wohl auch wieder heraus gekommen, und haben uns auf den Heimweg gemacht... ergebnis: ein handtuch, ein liter cola und das gefühl, an einem marathon teilgenommen zu haben.
Silvester kann relativ kurz abgehandelt werden: Party am Strand, bei einem Aussteiger-Franzosen, der seine ganzen Franzosen-Freunde und die restliche EZ/Yovo-Gemeinde eingeladen hatte... Bisschen surreal und komisch, aber der Strand ist hier ja sehr gross und so konnte man sich auch einen Platz suchen, wo man eher weniger von der schlechten Musikauswahl mitbekommen hat und stattdessen dem Rauschen des Meeres lauschte...
Am letzten Wochenende haben wir dann dochmal den Touristen raushängen lassen, was für zwei Tage auch echt okay war.
Samstag sind wir nach Porto Novo gefahren, der eigentlichen Hauptstadt, die gut 45 Auto-min von Cotonou entfernt ist. Diese Stadt ist auf eine heruntergekommene Art einfach wunderschön und so viel entspannter als Cotonou... wir waren im ethnographischen Museeum, einem alten Kolonialgebäude mit interessanten Ausstellungsstücken, die den Bereichen "Geburt", "Leben" und "Tod" zugeordnet waren.
Danach sind wir ein bisschen raus in die "campagne" gefahren, rote Böden, tropische Vegetation, kleine Tante-Emma-Lädchen, überall Tiere... überraschende ähnlichkeit mit Kenia und der aufkeimende Wunsch, doch lieber hier zu arbeiten, als in der Stadt... dass sich meine romantisch-verklärte sichtweise wahrscheinlich sehr schnell relativieren würde, wollte ich mir nicht direkt eingestehen, liess mich aber nach einer lustigen taxi-brousse-fahrt (ich sitze mit drei wirklichen grand-popos (=mama benz) in der letzten reihe eines japanischen kleinbusses, als während der fahrt, die rückenlehne leicht nachgibt und die damen zum fahrer krakeelen, die yovo hätte den sitz kaputt gemacht....) auf den afrikanischen boden der tatsache zurück bringen, und innerlich nach einem ausbau der sicheheitsbestimmungen für den maroden öffentlichen nahverkehr verlangen.
Sonntag folgt dann das richtige Touristen-Highlight, eine Fahrt nach Ganviè, einem Pfahldorf in dem See nördlich von Cotonou... Da leben 30 000 Menschen in Hütten, die über das Wasser gebaut sind, die man nur über kleine Piroguen erreichen kann... genau so eine charterten wir uns dann auch (ganz spontan hat irgendeine Regierungsinstanz einen kleinen Schalter dort aufgemacht, wo eine Tafel mit allen Preiskombinationen (Anzahl der Leute / Art der Boote) steht). Wir haben uns dann zu viert für eine nicht motorisierte Pirogue entschieden, die natürlich obligatorische Löcher hatte, so dass von Zeit zu Zeit das Wasser mit hilfe eines alten Plastiktellers herausgeschöpft werden musste. Als wir dann in dem Dorf angekommen waren, wurden wir auf bestimmten wasserwegen durchgefahren, die -rein zufällig- an den drei souvenir-shops vorbei kamen, vor denen auch schon eine kleine anzahl bettel-kinder positioniert war (donne-moi cent franc...)... das war mir irgendwie zu abgekartert, und so verweigerte ich mich dem unterschwelligen kaufzwang (mal ganz davon abgesehen, dass eine 2m holz-giraffe unser schifflein bestimmt zum untergang verdammt hätte).
den nachmittag verbrachten wir am wunderschönen strand, mit lekker essen, lesen, kokosnüssen und grossen wellen... eigentlich hatte ich die warnungen des auswärtigen amtes bezüglich der gefährlichen Strömungen für übertrieben gehalten (so, wie da eigentlich immer alles übertrieben ist...), aber nachdem ich innerhalb von wenigen minuten gegen meinen willen die meiste zeit unter-wasser verbracht hatte musste ich meine meinung doch ein bisschen relativieren.... wusstet ihr, dass man sich im meer schürfwunden holen kann?? Ist aber eigentlich halb so schlimm wie es sich anhört und eigentlich ist es sogar ziemlich total super, wenn man mal seine angst vor der schäumenden gischt und dem krassen sog überwunden hat ;))
Jetzt sitze ich also hier im Büro, und habe scheinbar nichts zu tun, denn sonst hätte ich ja nicht sooo viel schreiben können... naja, da ist was dran ;) meine Vorbereitung im Partnerland (ViP) geht erst morgen los, aber dann so richtig. Mit Programm, mit Plan, mit festen Zeiten. Am Donnerstag geht es nach Ouidah, wo das jährliche Voodoo-Festival stattfindet, ich bin gespannt, da ich irgendwie einen von touristen überlaufenen Platz vor augen habe, auf dem arme leute dafür bezahlt werden, in bunten kostümen exotische tänze vorzuführen... ich hoffe, ich finde noch gescheite literatur, die mir den wahren grund des festes erklärt, der Lonely Planet scheint mir da keine verlässliche Quelle zu sein....
Alors, à bientôt
ich wünsche euch allen, ein kleines bisschen verspätet, ein gutes und erfolgreiches Jahr 2008! Dank einer klitzekleinen Arbeitsflaute habe ich seit weihnachten zwei sehr schöne und entspannte Wochen verbracht, in denen ich Cotonou und auch ein bisschen das, was in der näheren Umgebung ist, erkundet habe. Die Durchschnittstemperaturen haben sich nicht wirklich verändert, allerdings könnte man behaupten, es ist ein bisschen frisch geworden... zumindest morgens. und dem staub, der sich einfach überall niederlässt, nach zu urteilen, ist hier tatsächlich der harmattan (wind, der aus der sahara kommt und für viele wolken, kopfschmerzen und eben staub, verantwortlich ist) angekommen, was gleichzeitig die "kälteste" jahreszeit einläutet... nebenbei, die klima in diesem büro läuft auf 26° und ich habe kalte füsse...
Die Ausmasse der Stadt habe ich noch nicht wirklich erfasst, sie wuchert an allen Ecken und Enden, es gibt eigentlich kein wirkliches Stadtzentrum, nur bestimmte Strassen, die bestimmte Läden haben, aber auch hier ohne einleuchtendes System (Rue de Libanaise= Strasse mit Geschäften von Libanesen= Geschäfte mit Stoffen)... möglicherweise ist aber auch mir das System einfach noch nicht aufgefallen. Bei den ersten Fahrten mit Kollegen konnte ich mir einfach gar nichts merken, plötzlich hatten sich die Himmelsrichtungen aufgelöst (weil keine mir ersichtlichen Orientierungspunkte, und Sonne hinter Wolken) und eigentlich sah jede Kreuzung gleich aus... dann haben wir aber in den letzten Wochen angefangen, die Stadt ein bisschen zu Fuss zu erkunden, was eine der besten Ideen war.
Auf einer dieser Wanderungen sind wir zum Dantopka Markt (angeblich grösster Markt Westafrikas) gelangt, der leider dahingehend eine Enttäuschng war, dass es dort alles gibt, was es auch auf sehr viel kleineren Märkten gibt. Auf unserer Jagd nach Isolierpötten (soll es günstiger in Cotonou geben, weil der China-Plastik-Kram gleich am Hafen ankommt, anstatt noch nach Norden transportiert zu werden) und Handtüchern (wieso gibt es Tausende von Stoffläden aber keine Handtücher???) irrten wir gefühlte Stunden durch die Nachmittagshitze und -Schwühle der kleinen Gassen, die von grossen Handkarren, Mopeds, Kindern, Kunden und vor allem VerkäuferInnen (die in einer Schüssel auf ihrem Kopf die Warenvielfalt der einzelnen Shops hatten) bevölkert waren. Ich glaube, man kann da eigentlich alles bekommen, wenn man nur weiss wo. Irgendwann waren wir in der Mitte des Marktes angekommen, wo ein grosses Gebäude ist, in dem es auf drei Etagen wiederum Stoffe, Schmuck und vor allem schrecklich hässliche Plastik-Handtaschen, gibt. Gott-sei-dank war der Ausgang schneller gefunden als der Eingang, und man fand sich in der "lebensmittel"-abteilung wieder. In der Nähe der Lagune gelegen, türmten sich auf diesen Ständen vor allem Fische und anderes riechendes und scheinbar schnell verderbliches auf... und so stolperten wir weiter, diesmal irgendwie richtung nordwesten, in dem versuch, den markt zu durchqueren und einen wirklichen ausgang zu finden... vorbei an kanälen, in denen vielleicht in der regenzeit wasser zur lagune fliesst, jetzt aber leider nur ein schwarzer schmodder steht, unzähligen weiteren Ständen, Menschen, Karren... irgendwie sind wir da wohl auch wieder heraus gekommen, und haben uns auf den Heimweg gemacht... ergebnis: ein handtuch, ein liter cola und das gefühl, an einem marathon teilgenommen zu haben.
Silvester kann relativ kurz abgehandelt werden: Party am Strand, bei einem Aussteiger-Franzosen, der seine ganzen Franzosen-Freunde und die restliche EZ/Yovo-Gemeinde eingeladen hatte... Bisschen surreal und komisch, aber der Strand ist hier ja sehr gross und so konnte man sich auch einen Platz suchen, wo man eher weniger von der schlechten Musikauswahl mitbekommen hat und stattdessen dem Rauschen des Meeres lauschte...
Am letzten Wochenende haben wir dann dochmal den Touristen raushängen lassen, was für zwei Tage auch echt okay war.
Samstag sind wir nach Porto Novo gefahren, der eigentlichen Hauptstadt, die gut 45 Auto-min von Cotonou entfernt ist. Diese Stadt ist auf eine heruntergekommene Art einfach wunderschön und so viel entspannter als Cotonou... wir waren im ethnographischen Museeum, einem alten Kolonialgebäude mit interessanten Ausstellungsstücken, die den Bereichen "Geburt", "Leben" und "Tod" zugeordnet waren.
Danach sind wir ein bisschen raus in die "campagne" gefahren, rote Böden, tropische Vegetation, kleine Tante-Emma-Lädchen, überall Tiere... überraschende ähnlichkeit mit Kenia und der aufkeimende Wunsch, doch lieber hier zu arbeiten, als in der Stadt... dass sich meine romantisch-verklärte sichtweise wahrscheinlich sehr schnell relativieren würde, wollte ich mir nicht direkt eingestehen, liess mich aber nach einer lustigen taxi-brousse-fahrt (ich sitze mit drei wirklichen grand-popos (=mama benz) in der letzten reihe eines japanischen kleinbusses, als während der fahrt, die rückenlehne leicht nachgibt und die damen zum fahrer krakeelen, die yovo hätte den sitz kaputt gemacht....) auf den afrikanischen boden der tatsache zurück bringen, und innerlich nach einem ausbau der sicheheitsbestimmungen für den maroden öffentlichen nahverkehr verlangen.
Sonntag folgt dann das richtige Touristen-Highlight, eine Fahrt nach Ganviè, einem Pfahldorf in dem See nördlich von Cotonou... Da leben 30 000 Menschen in Hütten, die über das Wasser gebaut sind, die man nur über kleine Piroguen erreichen kann... genau so eine charterten wir uns dann auch (ganz spontan hat irgendeine Regierungsinstanz einen kleinen Schalter dort aufgemacht, wo eine Tafel mit allen Preiskombinationen (Anzahl der Leute / Art der Boote) steht). Wir haben uns dann zu viert für eine nicht motorisierte Pirogue entschieden, die natürlich obligatorische Löcher hatte, so dass von Zeit zu Zeit das Wasser mit hilfe eines alten Plastiktellers herausgeschöpft werden musste. Als wir dann in dem Dorf angekommen waren, wurden wir auf bestimmten wasserwegen durchgefahren, die -rein zufällig- an den drei souvenir-shops vorbei kamen, vor denen auch schon eine kleine anzahl bettel-kinder positioniert war (donne-moi cent franc...)... das war mir irgendwie zu abgekartert, und so verweigerte ich mich dem unterschwelligen kaufzwang (mal ganz davon abgesehen, dass eine 2m holz-giraffe unser schifflein bestimmt zum untergang verdammt hätte).
den nachmittag verbrachten wir am wunderschönen strand, mit lekker essen, lesen, kokosnüssen und grossen wellen... eigentlich hatte ich die warnungen des auswärtigen amtes bezüglich der gefährlichen Strömungen für übertrieben gehalten (so, wie da eigentlich immer alles übertrieben ist...), aber nachdem ich innerhalb von wenigen minuten gegen meinen willen die meiste zeit unter-wasser verbracht hatte musste ich meine meinung doch ein bisschen relativieren.... wusstet ihr, dass man sich im meer schürfwunden holen kann?? Ist aber eigentlich halb so schlimm wie es sich anhört und eigentlich ist es sogar ziemlich total super, wenn man mal seine angst vor der schäumenden gischt und dem krassen sog überwunden hat ;))
Jetzt sitze ich also hier im Büro, und habe scheinbar nichts zu tun, denn sonst hätte ich ja nicht sooo viel schreiben können... naja, da ist was dran ;) meine Vorbereitung im Partnerland (ViP) geht erst morgen los, aber dann so richtig. Mit Programm, mit Plan, mit festen Zeiten. Am Donnerstag geht es nach Ouidah, wo das jährliche Voodoo-Festival stattfindet, ich bin gespannt, da ich irgendwie einen von touristen überlaufenen Platz vor augen habe, auf dem arme leute dafür bezahlt werden, in bunten kostümen exotische tänze vorzuführen... ich hoffe, ich finde noch gescheite literatur, die mir den wahren grund des festes erklärt, der Lonely Planet scheint mir da keine verlässliche Quelle zu sein....
Alors, à bientôt
Abonnieren
Posts (Atom)