Freitag, 25. Januar 2008

auf reisen...

... gewesen, muss es leider heissen, denn ich bin schon wieder zurueck in den cotonouer staub-abgas-dreck. Samstag bis Dienstag haben wir, dass heisst meine Vorbereitungsgruppe Elisabeth, Arnaud, Marc (+Hund) und ich, eine kleine verordnete Dienstreise nach Parakou (bis Montag mittag) und dann zurueck ueber Abomey/Bohicon, gemacht.
Kurzgesagt: es war toll. Vor allem deshalb, weil man einfach mal rausgekommen ist und was gesehen hat! Es gibt leider tatsaechlich auch im Rest von Benin grad ziemlich viel staub, aber ausserhalb von cotonou dann auch mal blauen himmel... Die Fahrt nach Parakou meisterten wir in 9 Stunden, zu fuenft plus hund in meinem fussbereich. Dank mehrerer Pausen an kleinen Buvettes, die irgendwie doch auch alle nur den gleichen Pat, Piment und Reis hatten, sowie lauter musik und offenen Fenstern war es eine witzige fahrt, die auch irgendwo auf einer landstrasse in europa haette sein koennen. die strassenverhaeltnisse sind ab bohicon, was allein die qualitaet der strasse angeht, bestens. es gab auch wieder die obligatorisch erscheinende mautstation. was allerdings die fahrweise der beniner, und vor allem der yovos in den grossen autos mit den getoenten scheiben, angeht, kann man durchaus von katastrophal sprechen. es wird gedraengelt, ueberholt, gebremst, wie man will und das bei einem hohen verkehrsaufkommen mit besonders vielen LKWs, die um mindestens das doppelte ihrer normalen hoehe mit baumwolle, kohle oder anderen im norden zu bekommenden guetern beladen sind. dazwischen rasen dann noch reisebusse, die entweder von cotonou nach niamey oder umgekehrt fahren, an einem vorbei, obwohl man selber bergan (!) 120km/h faehrt... und dann wundert man sich auch eigentlich nicht, dass in besonders tollen kurven, senken, steigungen, links und rechts der strasse ausgebrannte oder umgekippte LKWs, Busse und PKWs liegen.
Nun gut, wir haben es, dank moderater Fahrweise geschafft, heile nach Parakou zu kommen. Dort sind wir bei einer Kollegin, die grad nicht da war, untergekommen. Gleich vorweg, Parakou ist eine tolle Stadt. Leider habe ich im laufe der letzten Wochen gemerkt, dass viele Staedte, im Vergleich zu Cotonou, toll sind. Es ist weitlaeufig, huegelig, blau-himmelig und freundlich. mit gut 150 000 Einwohnern auch einfach viel kleiner als Cotonou, aber eben genau richtig. man bekommt alles, was man auch in cotonou bekommt, es gibt einen echt tollen markt und wenn man will, ist man in 10 minuten in der natur. das haben wir am sonntag auch gemacht, sind zu einem kloster in der naehe gefahren und da ein paar stunden spazieren gegangen... seit langem mal wieder idyllische ruhe. die klosterschwestern sind nicht untaetig, sie haben einen kleinen kloster-shop in dem man saefte, crems, marmeladen, buecher, yoghurt, kerzen... aus eigenem anbau kaufen kann. sehr genial, ananas-papaya-mango saft... und guaven-marmelade...
abends waren wir dann in einem restaurant, das frueher mal das haus eines Entwicklungshelfers und das DED-Gaestehaus gewesen ist... ein riesiges mehrstoeckiges gruen-weiss-gestrichenes Baumhaus!! irgendwie waren die EHler in den siebzigern mir symphatischer...
Am montag haben wir uns vormittags das Buero in Parakou angeschaut und gegen Mittag sind wir dann nach Bohicon aufgebrochen... der Rueckweg wurde eine einzige Einkaufstour, da im Norden irgendwie alles guenstiger ist als im Sueden, also zenn man einheimische Produkte haben moechte, die nicht ueber den Hafen aus Europa kommen. So war das Auto dann vollgepackt mit Kisten aus dem Klostershop, Peul-Kaese (der Kaese ersatz schlecht hin), einem hqlben Ananas-Feld, Papaya, Tapioka (soll man mit Pudding machen koennen, ich werde es testen), Tomaten, Bananen, Kokosnuesen, Erdnuessen, cashewnuessen, mini-maniok-stampfern.... unser wagen sah nicht viel anders aus als die autos, die sonst richtung sueden fahren... und war auch leider so voll, das wir regelmeassig auf bordsteinen und anderen strassenbegrenzungen aufsetzten,; wenn wir diese zu ueberqueren versuchten...
abomey, wo wir gewohnt haben, und bohicon, wo ein weiteres ded-buero ist, liegen gqnz dicht beieinander, gut 200 km entfernt von Cotonou Richtung Nord-westen. Abomey war die Hauptstadt des ehemaligen Koenigreiches Dahomey und ist voll von alten Palaesten, Tempeln, "historical sites" eben. Leider waren wir von der Fahrt alle ein bisschen verkatert, weshalb wir uns nicht total ins kulturelle Leben geschmissen haben (es aber einandermal sicher nochmal machen werden). Nach der Ankunft am Montag abend, sind die beiden Jungs krank im Haus von Morvan, dem ansaessigen EHler, geblieben, waehrend Elisabeth, Morvan, Hund und ich uns in ein uriges Restaurant begeben haben, und das zu fuss. ich war noch nachtraeglich total begeistert, dass man im dunkeln durch verlassene feldwege gehen kann ohne auch nur den anflug von angst zu haben. tja, wieder ein nullpunkt fuer cotonou. dieses restaurant hat einen riesigen garten in dem riesige baeume stehen und ueberall verstreut kleine paillottes (gartenhuetten mit strohdach, an den seiten offen), wo man auf alten sofas seine getraenke/essen dann einnimmt. im hinteren bereich residiert eine alte beninerin, monique, der das alles gehoert und die nicht nur ueberall tiere hat, sondern auch noch kunsthandwerk im garten und auf ihrer terasse verteilt. darunter geschnitzte holzstuehle, deren lehne bestimmt 2,50m lang ist... kurios.
die beiden staedte, ich fasse mal verallgemeindernd zusammen, waren echt nett, beschaulich, entspannt.... und auch hier gilt wieder, man bekommt genau das, was man auch in cotonou bekommt, nur nicht in hundertfacher ausfuehrung...
nachdem wir uns dienstag frueh das buero angeschaut haben, ging es auch schon wieder richtung cotonou. mit diversen zwischenstopps waren wir nach fuenf stunden dann auch da... die strecke universitaet calavi - cotonou, luftlinie 25km, hat einfach immer stau und laesst einen da gerne schonmal ne stunde oder mehr stehen/fahren.

warum wir allerdings nicht noch weiter in den norden fahren durften, ist uns ein viel-diskutiertes raetsel, denn wenn man eh schon die strecke bis parakou gemacht hat, ist es auch nicht mehr arg weit nach natitingou und dem nationalpark... besonders, wenn man ueberlegt, dass wir eigentlich den rest der angebrochenen woche frei haben und so inklusive wochenende haetten reisen koennen... aber das geht natuerlich nicht, wir haetten ja, oh nein, spass haben koennen....

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