Montag, 24. Dezember 2007

Weihnachten...

Froehliche Weihnachtswuensche aus dem internet-cafe im quartier cadjehoun 2, in das ich mich vor ein paar minuten begeben habe... eigentlich haette man in dieser strasse alles nur kein internet vermutet. es ist eine der zahllosen sandigen-seitenstrassen, die die wenigen teerstrassen verbinden. es gibt viele kleine geschaefte und kinder (die einem immer ein bestimmtes lied hinterherbruellen "yovo yovo bon-soir...."), viel kram der iregendwo herum liegt, paar tiere, paar pflanzen, das uebliche eben; und dann diesen internet-cafe. ein raum mit gut 10 PCs, die bunt zusammengewuerfelt sind und irgendwie alle nur so halb funktionieren... dabei hoeren dann manche musik, irgendwad zwischen rap und keine ahnung oder probieren alternativ die klingeltoene ihres handys aus... leider gehen die ventilatoren an der decke nicht, sonst ware es fast angenehm hier drinne... aufjedenfall kostet die stunde nur ein drittel von dem cafe wo ich (und die anderen yovos sonst sitzen) und die verbindung ist genquso gut / schlecht....
leider leider geht der usb-anschluss nicht, sonst haette ich mal ein paar fotos dazu gepackt. von dem wunderschoenen strand, wo ich die letzten zwei tage gewesen bin. es sind nur ganz wenig leute da und der wellengang haut einen echt um, aber es ist très génial! Die Luft ist gleich um einiges besser und es gibt kokusnuesse und andere tolle sachen... ich habe mir da auch eine wohnung angeschaut, die ist riesig (viel zu gross) und kostet ungefaehr die haelfte von meinem zimmer in bayreuth... aber es ist halt bisschen zu fahren und ich muesste mir moebel besorgen... fuer das jahr dann doch ein bisschen viel aufwand. und ich will/soll mir ja noch ein moped kaufen... gestern bin ich das erstemal moped taxi gefahren... laut meinung vor ort gibt es in cotonou ca. 70 000 bis 100 000 offizielle Moped-Taxis (plus unzaehlige private), mit ein Grund, warum die luft in der stadt so wahnsinnig gut ist... naja und die fahren dann wie und wo lang sie wollen, in einer geschwindigkeit, an die man sich wohl gewoehnen muss ;) da wir zu drei maedels waren, lieferten sich unsere fahrer, irgendwie sich unter konkurrenzdruck befindent, zu unserem besonderen vergnuegen, ein kleines rennen... die anderen verkehrsteilnehmer wurden zu slalom-stangen degradiert und jede ueberhol chance genutzt... ich hatte noch nie so schmerzende haende wie gestern abend (man haelt sich an dem metal hinter dem sitz fest...)...
Da ich aufgehoert habe, meine Mueckenstiche zu zaehlen, geht es mir sogqr ein bisschen besser und ich vertraue nun einfach ganz und gar auf mein lariam... fuer irgendwas muss so eine chemiekeule ja gut sein...
heute abend werden wir hier zusammen essen und bisschen feiern... und nein, es gibt keine wuerstchen und kartoffelsalat...und vielleicht in die chrsitmette gehen, wenn wir rausgefunden haben, wann die ist, was eigentlich nicht so schwer sein sollte, da chrsitmetten an heiligabend meist gegen mitternacht sind... und die naechsten tage stehen dann weiter im zeichen des suchens und entdeckens...

Bis auf Bald,
ich wuensche euch angenehme festtage

Donnerstag, 20. Dezember 2007

MTN - oder Telefonieren schwer gemacht

Man wird mir nicht vorwerfen koennen, ich wuerde mich schlecht informieren... obwohl ich dringend eine handykarte benoetigte, habe ich mich bei allen erkundigt, welche hat das beste netz, mit welcher kann man in die nachbarstaaten und sogar nach europa telefonieren und sms schicken und so weiter und so fort. die entscheidung fiel auf MTN ehemals Areeba, die ueberall fuehrend sein sollten. .. gluecklicherweise brachte mir jemand die karte mit, da sie nur an ganz bestimmten plaetzen verkauft wird und ich echt keine ahnung hatte und habe, wo das ist.
Leider hat es bei diesem super - anbieter in der letzten woche gebrannt und seit dem ist nichts mehr wie es mal war... ich kann weder angerufen werden, noch gehen meine sms raus (vielleicht eine von 50 versuchen) noch kann ich wirklich telefonieren. immer wenn ich irgendwie doch eine verbindung habe, reisst sie ab, bevor man auch nur eine minute telefonieren kann... da das ganze mit zeit-verzoegerung ist, kommt man meist nicht ueber ein "hallo?" "hoerst du mich? kannst du mich verstehen? Jaaaahaaaa?!" "nein, nicht wirklich, scheiss telefon, biste noch dran?" hinaus... das ist sooo super, vor allem, wenn man eigentlich was organisieren muss oder termine mitteilt....
aber da war was.... african time.... und stressvermeidung.... und es kommt eh alles anders, als man denkt... ich sollte aufhoeren, plaene zu machen ;-) das ist der plan fuer heute oder besser spaeter...

Aller Anfang....

.... muss nicht immer schwer sein ;)
ich bin nun seit drei tagen in cotonou und kaempfe mehr oder weniger erfolgreich gegen diese franzoesische tastatur, die unglaubliche hitze \ schwuehle, die unzaehligen moustiques, den undurchschaubaren strassenverkehr und und und.
Aber zur Beruhigung, es geht mir gut.
Ich wohne zur Zeit noch im Gaestehaus (mit BTer Gefa-masterIn und vielen anderen DEDlern), wo es sehr angenehm ist. das mag daran liegen, dass dies hier eins der besseren stadtviertel ist (dementsprechend alles teurer) und man alles bekommt, was das herz begehrt. habe heute ein riesen glas nutella im kleinen supermarkt entdeckt (neben pantene shampoo, milka (fuer fuenf €), eis, kaese....) allerdings unbezahlbar und bei diesen temperaturen auch so gar nicht nach meinem geschmack.
hier gibt es in fast allen bueros, shops, cybers... klimaanlagen, es ist der super schock von draussen, gefuehlten 40° und 150% Luftfeuchte in ein 18° Zimmer zu kommen. selbst nachts kuehlt es nicht herunter, eigentlich hat jedes zimmer einen ventilator.
ich war auch schon im Buero, das ist momentan sogar zu fuss zu erreichen, mal schauen, wie das dann spaeter wird. die whgen, die sie fuer uns auserkoren haben, sind nicht sooo optimal, eben sehr weit draussen, was bedeuten wuerde, dass ich morgens ne stunde durch den chaotischen stadtverkehr muesste... momentan stelle ich mir das eher unschoen vor.
das meer ist eigentlich in reichweite aber ich habe es noch nicht gesehen, weil laufen verdammt anstrengend ist und ich die systematik der zems (moped-taxis und einzige oeffentliche fortbewegungsmoeglichkeit) noch nicht geblickt habe und deren fahrstil (es gibt keine regeln, aber verdqmmt viele kreuzungen und kreisel) nicht vertraue...

aber auch wenn mich alles moegliche ein bisschen schafft, es ist schoen hier. man braucht ja immer seine zeit, um sich ein bisschen zurecht zu finden. heute habe ich erfolgreich einen visa-ATM gefunden und geld abgehoben ;) man kann sich auch an kleinen dingen erfreuen.
Und das Obst ist super, ganz viele tolle sachen, wir haben sogar einen riesen mango-baum im garten. und lustige geckos gibt es hier, die sind bunt und sitzen stundenlang auf der mauer auf der lauer.
meine weihnachtsplaene haben sich wieder ein bisschen geaendert bzw. nach hinten verschoben. aber vielleicht sollte man sich daran gewoehnen, dass busse nicht zu festgelegten zeiten fahren und wenn feiertag ist, erst recht nicht.
Wir haben uebrigens heute tabaski (muslim. opferfest), aber alle geschaefte haben offen (ausser ein paar nicht geschaeftstuechtige libanesen) und die strassen sind ein kleines bisschen leerer und die luft riecht ein bisschen weniger nach benzin.

so, meine handykarten-erfahrung haben nen eigenen eintrag verdient ;)

Montag, 10. Dezember 2007

Langsam geht es los....

In einer Woche ist es soweit, um 19:50 beninischer und auch deutscher Zeit werde ich auf dem Flughafen Cadjehoun / Cotonou landen.
Dies soll mein Reisetagebuch werden. Ob ich wirklich Zeit zum Reisen haben werde, das wird sich zeigen. Denn eigentlich gehe ich ja nach Benin zum arbeiten... Aber auch das vermeintliche Alltagsleben verspricht interessant zu werden. Eine eigene Wohnung in einer westafrikanischen Millionenstadt, direkt am Golf von Guinea, Einkaufen, sich Fortbewegen, Leute treffen, Essen, und irgendwann bestimmt auch reisen. So wie ich kann, werde ich hier berichten, von dem was mir so passiert, was ich toll und vielleicht auch weniger toll finde. Wenn meine technischen Kenntnisse es zulassen, dann stelle ich auch ab und an ein paar Bilder dazu...
Über Kommentare freue ich mich natürlich sehr, genauso wie über Besuch ;)
Wie meine Kommunikationsmöglichkeiten aussehen, kann ich noch nicht mit Gewissheit sagen, da es sich aber um eine Großstadt handelt, ist mit einer funktionierenden Internet-Infrastruktur zu rechnen, gleiches gilt für den Mobilfunk. Engpässe soll es mit der Strom- und Wasserversorgung geben, aber dafür gibt es ja Kerzen und Eimer. Evtl. sollten auch nicht alle Cotonouer gleichzeitig ihre Weihnachtsbaumbeleuchtung anmachen... by the way, der Süden Benins ist eher christlich geprägt, während im Norden der Islam eine höhere Bedeutung hat. Bis heute gibt es keine religiösen Auseinandersetzungen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass sowohl Christentum als auch Islam "eingewandert" sind, beide werden ergänzend zu animistischen/traditionellen Religionen ausgeübt. Was einige auch schon aus Kenia kennen, es ist durchaus möglich, Christentum mit Polygamie zu verbinden. Die erste Frau wird kirchlich, die folgenden traditionell geheiratet. Ich bin schon sehr gespannt, welche Auswirkungen Voodoo (Benin gilt als die Wiege des Voodoo) auf das alltäglich Leben hat. Soviel ich gelesen habe, gibt es überall Fetischmärkte, wo man sich mit Gris-Gris gegen und für alles mögliche eindecken kann. Gris-Gris können frei mit Talisman übersetzt werden und sind entweder Schmuck oder auch tote Tiere oder Teile davon. Mhm. Mal sehen, was ich in einem Jahr mitbringe...
Zu Zeit fehlt mir die Zeit zum Nachdenken, ob ich mich gut vorbereitet fühle. Ich nehme eine Malaria-Prophylaxe, mache mir Listen, mit Sachen, die ich noch unbedingt kaufen muss, knüpfe Kontakte, lese in Texten und Büchern, war heute westafrikanisch essen (exotik bekommt eine neue bedeutung) und denke ständig, dass ich essentielles vergesse. aber davon mal abgesehen, ich freue mich total, dass es bald losgeht und das warten ein ende hat. ich freue mich auf das land, die leute, neue gerüche, die arbeit, die sprache (fongbè), meine erste "eigene" wohnung, das quartier, das meer [...]
und ich freue mich, euch davon zu erzählen. um denen, die noch nie in afrika gewesen sind, vielleicht aber mal hin wollen oder zumindest neugierig sind, einen schönen, realitischen Eindruck zu vermitteln und denen, die sich auskennen, vielleicht sogar schon in benin waren, in erinnerungen schwelgen zu lassen und das reisefieber anzuregen.
à bientôt

Sonntag, 9. Dezember 2007

Bénin - bitte wo?


Le Bénin ist ein kleines Land in Westafrika, ungefähr so groß wie Österreich und mit ungefähr ähnlicher Einwohnerzahl (8 Mio.). Über weitere Gemeinsamkeiten kann nur spekuliert werden. Die Alpen wird man vergeblich suchen, dafür gibt es aber im Norden des Landes das Atacora-Gebirge, in dessen Nähe auch zwei berühmte Nationalparks (Pendjari und Parc National du W) liegen. Angrenzende Länder sind Togo, Burkina Faso, Niger und Nigeria. Die Amtssprache ist Französisch, darüber hinaus gibt es über 60 verschiedene Lokalsprachen. Im Süden ist Fongbè die am weitesten Verbreiteste. Das Land ist klimatisch dreigeteilt, im Südem tropisch, mit zwei Rgenzeiten, in der Mitte irgendwas dazwischen und im Norden eher subtropisch mit nur einer Regenzeit und höheren Temperaturen. Für Cotonou, wo ich hauptsächlich sein werde, liegt die Durchschnittstemperatur bei 35°C und es soll starken Regen von April bis Juli sowie Oktober bis November geben. Da die meisten Straßen, auch in den Städten, nicht geteert sind, verwandeln sich diese in der Regenzeit in Seenlandschaften und machen den täglichen Transport abenteuerlich.

Cotonou (übersetzt: die Stadt des Todes) liegt am Golf von Guinea, was zum einen traumhafte Strandnähe verspricht und zum anderen hohe Luftfeuchtigkeit, mit allem, was dazu gehört ;-)

Obwohl nicht Hauptstadt (das ist Porto-Novo, 40km entfernt), ist Cotonou mit rund einer Millionen Einwohner die größte und bedeutenste Stadt des Landes. Fast alle internationalen Organisationen, Regierung, Presse (...) haben ihren Sitz in Cotonou.