Montag, 10. Dezember 2007

Langsam geht es los....

In einer Woche ist es soweit, um 19:50 beninischer und auch deutscher Zeit werde ich auf dem Flughafen Cadjehoun / Cotonou landen.
Dies soll mein Reisetagebuch werden. Ob ich wirklich Zeit zum Reisen haben werde, das wird sich zeigen. Denn eigentlich gehe ich ja nach Benin zum arbeiten... Aber auch das vermeintliche Alltagsleben verspricht interessant zu werden. Eine eigene Wohnung in einer westafrikanischen Millionenstadt, direkt am Golf von Guinea, Einkaufen, sich Fortbewegen, Leute treffen, Essen, und irgendwann bestimmt auch reisen. So wie ich kann, werde ich hier berichten, von dem was mir so passiert, was ich toll und vielleicht auch weniger toll finde. Wenn meine technischen Kenntnisse es zulassen, dann stelle ich auch ab und an ein paar Bilder dazu...
Über Kommentare freue ich mich natürlich sehr, genauso wie über Besuch ;)
Wie meine Kommunikationsmöglichkeiten aussehen, kann ich noch nicht mit Gewissheit sagen, da es sich aber um eine Großstadt handelt, ist mit einer funktionierenden Internet-Infrastruktur zu rechnen, gleiches gilt für den Mobilfunk. Engpässe soll es mit der Strom- und Wasserversorgung geben, aber dafür gibt es ja Kerzen und Eimer. Evtl. sollten auch nicht alle Cotonouer gleichzeitig ihre Weihnachtsbaumbeleuchtung anmachen... by the way, der Süden Benins ist eher christlich geprägt, während im Norden der Islam eine höhere Bedeutung hat. Bis heute gibt es keine religiösen Auseinandersetzungen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass sowohl Christentum als auch Islam "eingewandert" sind, beide werden ergänzend zu animistischen/traditionellen Religionen ausgeübt. Was einige auch schon aus Kenia kennen, es ist durchaus möglich, Christentum mit Polygamie zu verbinden. Die erste Frau wird kirchlich, die folgenden traditionell geheiratet. Ich bin schon sehr gespannt, welche Auswirkungen Voodoo (Benin gilt als die Wiege des Voodoo) auf das alltäglich Leben hat. Soviel ich gelesen habe, gibt es überall Fetischmärkte, wo man sich mit Gris-Gris gegen und für alles mögliche eindecken kann. Gris-Gris können frei mit Talisman übersetzt werden und sind entweder Schmuck oder auch tote Tiere oder Teile davon. Mhm. Mal sehen, was ich in einem Jahr mitbringe...
Zu Zeit fehlt mir die Zeit zum Nachdenken, ob ich mich gut vorbereitet fühle. Ich nehme eine Malaria-Prophylaxe, mache mir Listen, mit Sachen, die ich noch unbedingt kaufen muss, knüpfe Kontakte, lese in Texten und Büchern, war heute westafrikanisch essen (exotik bekommt eine neue bedeutung) und denke ständig, dass ich essentielles vergesse. aber davon mal abgesehen, ich freue mich total, dass es bald losgeht und das warten ein ende hat. ich freue mich auf das land, die leute, neue gerüche, die arbeit, die sprache (fongbè), meine erste "eigene" wohnung, das quartier, das meer [...]
und ich freue mich, euch davon zu erzählen. um denen, die noch nie in afrika gewesen sind, vielleicht aber mal hin wollen oder zumindest neugierig sind, einen schönen, realitischen Eindruck zu vermitteln und denen, die sich auskennen, vielleicht sogar schon in benin waren, in erinnerungen schwelgen zu lassen und das reisefieber anzuregen.
à bientôt

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi Julia,
na ich drück dir die daumen, dass du auf die letzten minuten an alle nötigen sachen gedacht und eingepackt hast. mit sicherheit kann dir delia nützliche tipps mit auf den weg geben, falls du nicht schon mit ihr gesprochen bzw. ihr geschrieben hast. der block sieht ja schon mal super aus. freue mich auf weitere spannende berichterstattung.

gruesse aus hamburg
seba

Anonym hat gesagt…

Hallo Julia,
ja, auch von meiner Seite noch ALLES GUTE. Siehst mal, hat doch alles soweit geklappt trotz deiner anfänglichen Zweifel (ich erinnere mich noch an unser Treffen im Café Blau...). Ich freu mich auf deine Berichte...
Lass es dir gut gehen!
Lena