ich bin nicht mehr im gaestehaus, erste neuigkeit. allerdings auch noch nicht in einer eigenen wohnung. die erste wieder relativierende neuigkeit. dank drei verschiedenen Sitzungen von ded Togo/Benin ist das Gaestehaus total voll und ich bin zu elisabeth und freund gezogen, die seit gut zwei wochen in ihrer whg wohnen, und, das ist dann doch ne neuigkeit, unter denen eine whg frei wird, die ich aller wahrscheinlichkeit nach haben kann... leider ist das mit dem wann noch so eine imraumstehende frage, denn das appartment-haus gehoert dem ministerium, und behoerden-muehlen mahlen bekanntlich nicht besonders schnell... dazu kommt, dass es in der whg eine art wasserrohrbruch gegeben haben muss (die wand im bad und die des zimmers daneben sowie die whg unten drunter ist nass), den ich gerne vorher repariert haette. das muss das ministerium aber machen, denn die sind das auch schuld, da sie vor ein paar monaten das bad neu gemacht haben und dabei wohl ein bisschen zu heftig die wandaufgeschlagen haben... und das jetzt eben nochmal machen muessen.
das Haus steht in mitten eines riesigen gartens, in dem neben ganz viel muell auch pfaue, ein kaputter trabbi, kleine zottelige klaeffer und hohe palmen stehen. das quartier nennt sich "zone residentiell" und in der nachbarschaft ist die deutsche botschaft, die ded-chefin und viele andere villen hinter hohen mauern. das haus ist dahingehend eine ruehmliche ausnahme. es ist alt (hohe decken, seltsame leitungen ueberall, kaputte lampen... eben schoen alt), von aussen pink, von innen vanille, jede whg hat einen tollen balkon (mit das tollste), wandschraenke (die erfindung schlecht hin), eine grosse kueche und und und... ich bin eigentlich bis auf das wasser in der wand hell auf begeistert... habe in dieser begeisterung auch gleich mal von der jetzigen bewohnerin (zieht heute aus) den kuehlschrank, wasserfilter und terassenmoebilierung gekauft, in der hoffnung, dass ich bald dort einziehen kann. zwar ist es bei elisabeth sehr schoen, ist ja auch die gleiche whg nur eine etage hoeher, aber ist eben ein bisschen eng fuer drei, vor allem, wenn ich meinen so langsam entstehenden hausstand mit unter bringen will...
seit zwei tagen gibt es auch kein wasser, was aber nicht schlimm ist, da es eimer gibt, und das wasser nur in der whg nicht geht... und zwar, weil die pumpe kaputt sein soll, die das wasser hochpumpt, komisch nur, dass sie nicht mehr geht, seitdem der handwerker da war, um sie zu warten...und jetzt soll eine neue her, fuer 175 000, auch komisch.
bis auf weiteres schlafe ich also in meinem moskitozelt im durchgangszimmer und hoffe auf baldige situationsaenderung... ansonsten ziehe ich doch noch fuer ein paar wochen an den strand, da ist noch ein nettes zimmer frei...
meine erste konferenz erfahrung habe ich auch mehr oder eher weniger erfolgreich hinter mich gebracht. wenn es mehr erfolgreich gewesen waere, dann wuerde ich jetzt nicht diesen eintrag schreiben sondern wieder in dem voll-klimatisierten saal sitzen und andaechtig lauschen aber nichts verstehen.... gestern waren martin, mein kollege, und ich da, fein herausgeputzt, die einzigen yovos bei einer konferenz zum thema "control citoyen" mit vertretern 13 west- und zentralafrikanischer Staaten (senegal,mauretanien, mali, burkina, niger, côte d'ivoire, togo, benin, kamerun, drc, congo-brazaville, rwanda und burundi) und ner handvoll beninischer offizieller.... leider hatte ich den ersten tag verpasst, da ich auf der rueckreise war, und am mittwoch sind wir dann gleich mal ein bisschen zu spaet gekommen (dabei dachte ich, es herrscht die african time...). es gab eine flut von powerpoint, ziemlich schlecht, und es wurde dann nur vorgelesen, was auf den folien stand.... kurioser waren allerdings die spontanen sing-einlagen der teilnehmer, das konterfei eines 56 jaehrigen geburtstagskindes auf den ausgeteilten wasserflaschen, die staendigen witzeleien (die ich nicht verstanden habe...), das ungenierte einschlafen der teilnehmer aus togo, mauretanien und drc, das staendige handygebimmel und das sofortige drangehen (oui, allô? je suis dans une réunion....), die vor dem konferenzsaal aufgelaufenen fliegenden haendler mit gebrannten dvds, klamotten und prepaid-karten, die bei vielen reissenden absatz fanden sowie die tatsache, dass wir staendig aus allen richtungen fotographiert wurden und diese fotos dann draussen zum verkauf auf einem tisch lagen.... es hatte ganz leicht den nachgeschmack einer verkaufsveranstaltung.
nun ja, die begeisterung fuer all das neue hielt nicht wirklich an, wir sind dann mal ziemlich zuegig wieder gegangen, haben vor dem mittagessen noch eine giftige schlange enthauptet (aehm, die war an der wand von martins haus, und da wir alle nicht wussten, was man mit der jetzt macht, haben wir hilfe geholt, und die hilfe hat sich dann nochmal hilfe geholt und dann haben sie dem gruenen ding auf den kopf geschlagen, bis der matsch war und dann musste martin diesen kopf vor dem garten tor noch mit der heckenschere abschneiden.... danach gab es dann lekker buletten) und am nachmittag der buero-arbeit gefroent. also er... ich nicht wirklich ;)
aber naechste woche geht es wirklich los, da soll ich zusammen mit martin und elisabeth und didier (ProDOSC Sud, Demokratiefoerderung) aufs "terrain", ein dorf in der naehe der togoischen grenze, noerdlich von lokossa, um dort eine art tag der offenen tuer zu organiseren, wo die beiden programme (ProDosc und SCRP-Suivi) vorgestellt werden sollen, damit sich mehr foerderungswillige ongs finden lassen. eigentlich ist die idee des ded, dass organisationen beim ded anfragen, ob man sie nicht bei einem vorhaben unterstuetzen will, dann wird das geprueft und dann wird, mit eigenanteil der ongs, unterstuetzt. leider koennen die ongs auf dem land ja nicht riechen, dass es den ded gibt und der auch noch programme hat, mit denen er sie foerdern wuerde, wenn sie es denn nur wuessten, so dass sich so langsam die idee verbreitet, man koenne ja ein bisschen werbung machen, anstatt zu warten, dass die ongs kommen...
ich bin mal sehr gespannt, da ich bei der hier ansaessigen donor-vielfalt eigentlich davon ausgehe, dass die ongs waehlen koennen, wer ihnen das beste angebot macht, ergo das "leistungspaket" des ded, der ja eigentlich kein geld sondern nur expertise geben will, gut geschnuert sein muss, sonst fragen die ongs gar nicht erst weiter nach... das faengt damit an, dass es bei so einem "atelier"=workshop=infotag aufjedenfall was zu essen und trinken geben muss, sonst kommen deutlich weniger leute...
Donnerstag, 31. Januar 2008
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