als ich hier ankam, da war es trocken, staubig und mit unter kühl am morgen und in den abendstunden. aber trotzdem hatte es manchmal ein bisschen geregnet. und tagsüber hatte ich immer das gefühl in einem gewächshaus zu wandeln. aber alle sagten „nein nein, das ist doch jetzt die trockenzeit, die beste zeit im jahr, schön kühl, viel sonne, aber ein bisschen mit den nachteilen des harmattan-windes aus dem norden: roter staub überall, auch in den schränken...“. mhm, das wollte ich nicht so richtig glauben, aber auch der reiseführer und das internet bekräftigten diese aussagen. ab mitte februar wurde es dann heiß und so richtig schön schwühl, gewächshaus wäre plötzlich eine angenehme alternative gewesen. mittags eigentlich nicht auszuhalten, am besten in kühlen räumen, ohne viel bewegung; das erste mal erschien mir eine fast dreistündige mittagspause sinnvoll. wenn sich richtig viel hitze über der stadt angestaut hatte, dann gab es auch schon mal ein gewitter, so wie man das aus deutschen sommern kennt. hier nur ein bisschen heftiger... da nützt keine regenjacke, kein schirm... nur rennen. aber es war immer noch nicht das, was man hier weitläufig als regenzeit bezeichnet. und die ja auch erst ab april beginnen sollte. mhm, aber woran macht man das eigentlich fest, dass es nun regenzeit ist? denn meine befürchtung, dass es dann tag ein tag aus in strömen regnet, scheint sich auch nicht zu bestätigen. also zumindest wollte mir das keiner bestätigen... vielleicht kommt es ja auch noch. aber mittlerweile ist fast ende mai, und man hängt irgendwo dazwischen. klimawandel vielleicht? das scheint ja eine gute ausrede für alles zu sein. schnee im april, fünfzehn grad an weihnachten und dann eben noch keine regenzeit im mai. dabei regnet es jetzt öfter. mehrmals die woche. aber leider noch nicht regelmäßig. denn regen ist hier ja sowas von genial. zuerst wird es dunkel, so dass man egal zu welcher tageszeit das licht anmachen muss (wenn man denn strom hat, denn der scheint ein faible dafür zu haben, bei regen auszufallen, genauso wie das telefonnetz). dann kommt ein wind auf, nein eigentlich ein sturm. und der wirbelt alles auf, was so in der gegend herum liegt... das ist in so ner großstadt einiges. und besonders ungünstig, wenn man noch schnell nach hause will und auf einem moped sitzt, dass eigentlich auch nur nach hause will, umgeben von vielen anderen mopeds, die das gleiche wollen... und deshalb dementsprechend fahren. ohne regeln, ohne rücksicht. und während es schon in der ferne blitzt und donnerst saust also dieses zem die straße runter, man selber kann leider nichts mehr sehen, vor lauter sand und dreck, der einem in die augen fliegt, und hofft inbrünstigst, dass der fahrer die augen nicht geschlossen hat... meistens schafft man es auch, mit den ersten dicken tropfen das haus zu erreichen (wenn man nicht eh schon drinnen ist, oder aus der not heraus irgendwo hält, um sich unterzustellen). unterstellen ist deshalb ungünstig, weil es a) wenig zum unterstellen gibt und man b) nicht weiß, wie lange das denn dauern wird. unter einer stunde gab es noch nie. drei und mehr ist durchaus üblich. meistens hört man den wolkenbruch heranrollen, das ist ein ganz komisches geräusch. aus der ferne kommt ein prasseln, ein rauschen, das immer lauter wird und schließlich einfach da ist. unter dem die bäume sich biegen, der sand weicht, die menschen fluchtartig rennen. es wie ein vorhang, manchmal sieht man tatsächlich nichts mehr. nur dann, wenn der blitz wieder alles taghell erleuchtet. denn es ist nicht nur ein gewaltiger regen, es ist auch immer ein gewitter, mit blitzen und donnern, die mich jedesmal aufschrecken lassen. und oft hört man vor lauter regen auch nichts mehr. also wenn das telefonnetz mal funktioniert, dann kann man sich sicher sein, dass man den gesprächspartner nicht verstehen wird. in dieser zeit kann man nicht viel machen, zumindest nicht viel, was mit arbeit zu tun hat. es sei denn, man ist auf der arbeit... man ist von der welt getrennt. meist ist der strom weg, so dass man im kerzenschein lesen kann. oder backen, denn der ofen geht über gas. oder handarbeiten. wie vor hundert jahren irgendwie... und es fahren auch keine zems, was auch unklug von denen wäre, wenn es es doch machen würden, denn man wäre in wenigen sekunden bis auf die haut naß. und selbst die autos habens schwer. erstmal muss man zu seinem auto kommen, dann muss man sich den weg bahnen, denn die scheibenwischer sind total überfordert und die straßen gleichen einer großen pfütze und schließlich muss man aufpassen, dass man nicht in einem schlagloch absäuft, denn die laufen so schnell voll mit wasser und sehen dann gar nicht so tief aus, wie sie eigentlich sind...und wenn man dann trotzdem naß im büro ankommt, stellt man fest, dass die kollegen dieses abenteuer nicht gewagt haben...
am besten bleibt man bei so einem wetter also zu hause im bett. da macht man dann die fenster weit auf, damit der kühle wind gut durchziehen kann (meistens kommt der regen von der seite, wo ich einen balkon habe, so dass es sehr selten wirklich naß im zimmer wird) und hört zu. dem regen, dem wind. das ist echt wunderschön. und ist super fürs nachdenken, einfach nur liegen und denken. herrlich.
gestern war so ein tag. da hat es morgens schon geregnet, mittags mal aufgehört, und abends wieder angefangen. eigentlich hat es die ganze nacht geregnet. und gedonnert. ein donner war so laut, dass wir dachten, das haus gegenüber von uns muss eingestürzt sein. war es aber doch nicht... und überhaupt riecht die luft dann so gut...
also ist das nun regenzeit? obwohl es die vier tage zuvor nicht geregnet hat? eigentlich ist mir das egal, wie man das nennt, denn es ist toll und ich mag es. also soll es doch sein. und jeden tag regen wär ja auch unpraktisch, weil dann käm ich zu nichts mehr, außer denken und die pfützen könnten nicht trocknen. und dann bräuchte der ded keine dienstwagen sondern boote. eigentlich auch toll...
Sonntag, 25. Mai 2008
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